Nur nicht unterkriegen lassen
27.11.2009 | 19:14 Uhr 2009-11-27T19:14:00+0100
Schwere Zeiten für Familie Wollenberg, doch auch diesmal soll das Weihnachtsfest gelingen. NRZ-Wunschbaumaktion hilft mit.
Eine Sorge kommt selten allein. Wenige Monate ist es her, dass Markus Wollenberg krank wurde. Die Arbeit als Staplerfahrer im Getränkemarkt kann der 37-Jährige derzeit nicht machen. Vor drei Wochen verlor seine Frau Michaela (36) dann auch noch ihren Job als Putzhilfe. Das alles kurz vor Weihnachten und mit zwei Kindern im Haus. Familien wie die Wollenberg-Rückers sollen deshalb profitieren von der Wunschbaum-Aktion der NRZ.
Eine Katze und zwei Vögel
Familie Wollenberg-Rücker, das sind neben Markus und Michaela deren Töchter Jasmin (9) und Franziska (13). Jasmin geht in die dritte Klasse der St. Martin-Grundschule, Franziska besucht Klasse sechs der Christian-Morgenstern-Schule. Zusammen mit einer Katze und zwei Vögeln wohnen die vier in der Innenstadt. Michaela Wollenberg hat noch einen 17-jährigen Sohn, der bei seiner Stiefmutter lebt.
Herunterziehen lassen wollen sie sich von der neuen Situation nicht, sagt Michaela Wollenberg. Das Geld war auch vorher schon knapp. Trotzdem habe sie es immer irgendwie geschafft, die Wünsche ihrer Töchter einigermaßen zu erfüllen – obwohl diese Wünsche natur- und altersgemäß nicht unbedingt bescheiden waren. Vergangenes Jahr Weihnachten wollten die Mädchen unbedingt einen Tischkicker. „Das ging, den haben wir in Raten abbezahlt.”
Auch dieses Mal möchte Michaela Wollenberg an Heiligabend glänzende Kinderaugen sehen. So wie sie überhaupt sehr genaue Vorstellungen hat vom Fest im Kreis der Familie. „Das ist ein Ritual.” Zum festen Ablauf gehört, dass jede der Töchter ein Gedicht aufsagt und dass es für beide mehr als ein Geschenk auszupacken gibt – weshalb Jasmin sich zuletzt auch über ein Monopoly-Spiel freuen durfte.
Die Eheleute, erst seit einigen Monaten verheiratet, üben sich derweil in Verzicht. „Wir schenken uns untereinander nichts.” Dafür gab es dieses Jahr zum Valentinstag eine kleine Aufmerksamkeit, die beiden sind außerdem essen gegangen und haben sich einen Babysitter geleistet. So wollen sie es auch in Zukunft halten.
Jasmin und Franziska wiederum blicken Weihnachten erwartungsvoll und mit einer Liste im Hinterkopf entgegen. Ganz oben stehen erneut stattliche Wünsche, deren Erfüllung dieses Jahr eindeutig nicht drin sein wird. Das ist nicht leicht zu vermitteln, sagt Mutter Michaela. „Sie sehen ja, was ihre Freundinnen bekommen.”
Vor allem was die multimediale Ausstattung angeht, ist der Druck offenbar enorm gewachsen. Beide Kinder haben aber auch überschaubare Anliegen, die sich im Rahmen der NRZ-Aktion sicher realisieren lassen.
„Ich lese sehr gerne”, sagt zum Beispiel Franziska. Die Jugendromane der Reihe „Freche Mädchen – Freche Bücher” stehen bei ihr derzeit ganz hoch im Kurs.
So geht's: Die NRZ-Wunschbaum-Aktion
Wollen Sie Menschen denen es nicht so gut geht, eine Weihnachtsfreude bereiten? Die NRZ hilft Ihnen beim Helfen. In der Redaktion an der Goebenstraße 57 steht ein Weihnachtsbaum, an dem ganz viele Wunschzettel hängen. Ausgefüllt wurden sie auf Vermittlung des Jugendamtes von Kindern und Jugendlichen, die dort ihre liebsten Weihnachtswünsche äußerten. Der Wert sollte dabei 25 Euro nicht überschreiten.
Kommen Sie also in unsere Redaktion, pflücken Sie sich einen Wunschzettel vom Baum, verpacken Sie das Geschenk und bringen es wieder zurück. Wir sorgen dafür, dass es in die richtigen Hände kommt. Übrigens: Gemeinsam mit dem Centro, wo im Mitteldom ein ähnlicher Baum steht, hoffen wir auf insgesamt 1200 bis 1400 Geschenke.

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