Zuwanderer in Oberhausen fragen nach Büchern

Vorlesetage – hier mit Lokführer Martin Kujawa – zählen schon traditionell zum Angebot der Stadtteilbibliothek in der Gesamtschule Osterfeld.
Vorlesetage – hier mit Lokführer Martin Kujawa – zählen schon traditionell zum Angebot der Stadtteilbibliothek in der Gesamtschule Osterfeld.
Foto: Tom Thöne
Was wir bereits wissen
In Osterfeld entsteht mit Fördermitteln eine „Bibliothek der Kulturen“. Stadt trägt damit dem Wandel zum multikulturellen Stadtteil Rechnung.

Osterfeld..  Mit dem Konzept der „Bibliothek der Kulturen“ will die Schul- und Stadtteil-Bibliothek Osterfeld der Entwicklung hin zu ei­nem multikulturellen Stadtteil Rech­nung tragen. Die Stadtverwaltung hat dazu eine Vorlage erarbeitet, die in den nächsten Tagen in Kulturausschuss und Bezirksvertretung Osterfeld beraten wird.

Für die Umsetzung der „Bibliothek der Kulturen“ habe die Stadt beim Land NRW fast 25 000 Euro beantragt und Anfang 2014 bewilligt bekommen, erklärt Stadtsprecher Martin Berger. Damit sei auch eine inhaltliche Neu­gestaltung der Bibliotheken möglich. Das Ziel: Die „Bibliothek der Kulturen“ zu einem Ort der Begegnung, des gemeinsamen Dialogs, des Sprachen-Lernens und der Sprachenvielfalt zu machen.

Berger: „Durch die einmalige Förderung 2014 konnte eine Erstausstattung für die ,Bibliothek der Kulturen’ geschaffen werden, die seitdem kontinuierlich ausgebaut wird.“ Jedoch: „Der Ankauf der Medien in den unterschiedlichen Sprachen ist schwierig.“ Die meisten Anschaffungen würden über einen Katalog ausgewählt, darin seien jedoch nicht alle Werke enthalten: „Auf Grund der aktuellen Zuwanderung von geflüchteten Menschen und der gestiegenen Nachfrage wird dieses Angebot jedoch deutlich erkennbar größer.“

Kooperation mit RVR und VHS

Die Erfahrung zeige zudem, so heißt es in der städtischen Vorlage, dass die Nachfrage nach originalsprachigen Werken gegenüber Übersetzungen deutlich höher sei – vor allem in der Unterhaltungsliteratur. Auch bei Sachbüchern konzentriere sich die Nachfrage auf das Ursprungsland. Solche Werke liegen in deutscher Sprache oft auch gar nicht vor.

Deutsch-Lern-Materialien machen einen weiteren Schwerpunkt aus, ebenso Werke zu Demokratie, Gleichberechtigung, Frauenrechten. Neben zweisprachigen Kinderbüchern und Spielen gibt es in Osterfeld den größten Medienbestand an türkischsprachigen Romanen, Sachbüchern, CDs und DVDs im gesamten Bibliotheks-System der Stadt.

Die Stadtteilbibliothek kooperiert mit Institutionen, um Veranstaltungen anbieten zu können. „Das interkulturelle, mehrsprachige Veranstaltungsangebot ist derzeit noch deutlich zu gering und muss erweitert werden“, heißt es in der Vorlage der Stadt.

Dazu laufen auch Gespräche mit dem Projektbüro Interkultur Ruhr des Regionalverbands Ruhrgebiet (RVR). Kurse der VHS zum Erwerb der deutschen Sprache sollen künftig auch in Osterfeld angeboten werden. Das Projekt „Bibliothekspaten für Flüchtlinge“ sei ein Schritt in die Richtung: Jeden Monat finden Flüchtlinge hier Paten und lernen die Bibliothek kennen.