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Weinfreunde helfen nach Monsunregen

10.08.2012 | 13:00 Uhr
Weinfreunde helfen nach Monsunregen
Nach ungewöhnlichen heftigen standen die Philippinen teilweise mehr als eineinhalb Meter unter Wasser – wie schon 2009.

Oberhausen.  In Manila engagiert sich der Verein Weinfreunde seit Jahren. Nach den Überschwemmungen ist das so nötig wie nie.

„Manche Menschen in Manila haben nur noch die Kleidung, die sie trugen, als die Wassermassen kamen“, beschreibt Jennifer B. Lusung die Situation der Menschen, die ihr Leben auf den Müllkippen der philippinischen Hauptstadt fristen – und die jetzt Opfer einer verheerenden Überschwemmungskatastrophe wurden.

Jennifer B. Lusung betreut im Auftrag des Oberhausener Oenophilogenvereins das Schul-Projekt, das die Weinfreunde seit vielen Jahren aufbauen. Es ermöglicht Menschen, die auf den Müllkippen (Smokey Mountains) leben, den Zugang zu Bildung und beruflichen Schulungen. Seinen Ursprung hat der Verein in der Sterkrader Gemeinde Herz-Jesu.

Birgit Dreehsen, Vorsitzende der Oenophilogen, hatte drei Tage lang keinen Kontakt nach Manila: „Jetzt haben wir erste Informationen erhalten. Es gab bei unseren Leuten keine Verletzten, die Menschen waren vorbereitet.“ Dennoch seien die Schäden immens – auch für die Familien, die die Weinfreunde betreuen. „Die Menschen wohnen dort in einfachen Hütten und die sind einfach weggeschwemmt worden. Sie haben alles verloren.“

Monatsregen an einem Tag

Die ersten Regenfälle gingen am 1. August nieder, der ganz große Regen kam am 6. August. „Es fiel in 24 Stunden so viel Regen wie sonst in drei bis vier Wochen,“ berichtet Dreehsen. Gleich am ersten Tag drangen die Fluten in ein Umspannungswerk und legten die technischen Verbindungen zur Außenwelt lahm. Inzwischen steht die Verbindung wieder, Jennifer Lusung hat Informationen zur Lage auf den Müllkippen nach Oberhausen gemailt.

Birgit Dreehsen fasst zusammen: „Eineinhalb Meter hoch stand das Wasser. Und es gibt dort keine Kanalisation wie bei uns.“ Das Wasser und der Schlamm fließen nur langsam ab. Auch die Wasserversorgung ist nach den Überschwemmungen ein Problem: „Es gibt kein Trinkwasser. Regelmäßig müssen Wasserwagen kommen, um Trinkwasser anzuliefern. Sie kommen aber nicht durch bei dem Schlamm auf den Straßen.“

Die betroffenen Menschen haben inzwischen Unterschlupf in Häusern gefunden, die die Regierung vor einiger Zeit errichtet hat. Birgit Dreehsen schildet die Lage dort: „Sie leben zurzeit dort in den Fluren. Geschlafen wird in Schichten. Während die einen zur Arbeit gehen, legen sich die anderen hin. Aber die Menschen kennen das; für sie ist Solidarität kein Fremdwort.“

Schulgebäude blieb erhalten

Dennoch könne das kein Dauerzustand sein, sagt die Sterkraderin, die bereits erste Hilfeleistungen auf den Weg gebracht hat: „Wir hatten aus unseren Spendengeldern bereits die Gehälter für die Lehrer unseres Schulprojektes für weitere drei Monate überwiesen. Jetzt wird erst mal umgeschichtet, so dass wir die Gehälter für einen Monat zahlen werden und das restliche Geld verwenden, um das Nötigste für die Menschen zu beschaffen.“ Dazu gehören Kleidung und Lebensmittel.

Das Schulgebäude, das die Weinfreunde errichtet und eingerichtet haben, wurde nicht zerstört oder beschädigt, so Birgit Dreehsen. Kamen die von den Oenophilogen betreuten Menschen auf den Smokey Mountains Manilas noch mit dem Schrecken davon, so starben in der Hauptstadt und den umliegenden Provinzen der Philippinen bei den Unwettern insgesamt mehr als 20 Menschen.

Hunderttausende mussten aus ihren Wohnungen fliehen. Die Überschwemmungen sind Folge ungewöhnlich heftiger Monsunregen.

Astrid Knümann

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