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Und sie dreht sich doch

29.05.2012 | 18:14 Uhr
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Die Baumeister Mühle in Buschhausen drehte am Montag eifrig ihre Runden.

Oberhausen. Sie dreht ihre Runden. Immer und immer wieder. Die großen Flügel haben die Ruhe weg. Sie überlassen dem Wind das Tempo. Und bewegen sich mal schneller und mal langsamer am Himmel, an dem nur kleinere Wolkenbänke das herrliche Blau verdecken.

Am Pfingstmontag war Deutscher Mühlentag. Für viele Ausflügler ein guter Grund auch die Baumeister Mühle in Buschhausen zu besuchen. Mit dem Fahrrad rollten bereits am späten Vormittag die Familien an die Homberger Straße. Verkehrte Welt am Wegesrand: Während Kraftfahrzeuge relativ schnell eine Lücke ergattern können, mussten sich Drahteselfahrer etwas länger umschauen. Parkplatzsuche für die Fahrradinvasion.

Geschichte der Mühle reicht ins Jahr 1858 zurück

„So eine schicke Mühle bekommt man nicht an jeder Ecke zu sehen!“ Marion Spiegel ist mit der kompletten Familie gekommen. Sohn Lukas hat schon den Blick für die Details. „Die hat ja bunte Fahnen an ihren Flügeln!“ Der Knirps hält noch mit etwas Respekt Abstand. Doch die große Windmühle wirkt in Natura doch äußerst faszinierend. Erst recht, weil der Besuch nicht vor den Türen endet. „Wollen wir uns die Mal genauer anschauen?“ Ja, genau - die Familie verschwindet schnell im Inneren in engen Gängen.

Die Geschichte der Baumeister Mühle in Buschhausen geht bis ins Jahr 1858 zurück. Damals hatte Heinrich Baumeister das Gebäude gerade von der Familie Köster erworben. Schon damals veränderte sich das Schroten der Ernte mit der Zeit recht schnell. Bereits nach dem ersten Weltkrieg wurde ein Elektromotor in die Mühlenkonstruktion eingebaut. Zuvor erledigten ausschließlich Windkraft und Dampfmaschinen diese Aufgabe.

Es sind viele wissenswerte Anekdoten, die alle Besucher in der Mühle erlangen können. Familie Spiegel ist nicht alleine im Innenleben des nützlichen Arbeitsgemäuers. Regelmäßig finden Führungen statt.

Über eine Holztreppe geht es voran - oder besser gesagt: aufwärts! Eine schmale Angelegenheit. Da halten sich die Kinder lieber am Geländer fest. „Wie weit geht es hier noch rauf?“ Weit!

Mehlrutsche, Mahlgang und Spindelräder

Zu sehen gibt es: Die Mehlrutsche, den Mahlgang samt Trichter, die Spindelräder. Die Kraxelgruppen staunen nicht nur über die Wege, die das Mehl innerhalb der Mühle unternimmt, sondern sie können plötzlich auch so manches volkstümliche Liedgut besser nachvollziehen. „Was sind das für Geräusche?“ Das Bewegen der Mühlenflügel ist im Gebäude, so nah an der Achse, nicht nur zu hören, sondern auch zu spüren. Es ächzt und knarrt. Die Energie des Windes ist unmittelbar erfahrbar. Manch einer scheint mitzusummen: „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach - klipp, klapp...“

Mühle mit neuem Dach

Was wäre eine Mühle ohne Müller. Der Handwerksberuf ist in Deutschland selten geworden. Im Jahr 2011 gab es hierzulande noch 260 Getreidemüller. In der Baumeistermühle zeigen Müller aus Holland Kniffe ihres Handwerks.

Im Inneren haben die Gäste Spaß an vielen Eindrücken: Doch auch vor den Toren tut sich was. Im Sacklager gönnen sich Spaziergänger ein Stück Kuchen, im Hof stehen an Ständen italienische Spezialitäten bereit - es gibt passende Musik.

Besonders begehrt ist der Mühlenleib. Ein Brot mit frisch geschrotetem Getreide. Die schmackhaften Mitbringsel landen häufig in der Papiertüte. Ein Stück Mühle für daheim. Vor den Toren geht bei den Fahrradfahrern unterdessen die Parkplatzsuche weiter. Eine Familie, die gerade um die Ecke biegt, hat scheinbar gewettet: „Siehste, hab’ ich gesagt: Und sie dreht sich doch!“

Dirk Hein

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