St. Clemens und seine fünf Päpste

Wilhelm Mattler (rechts) erforscht die Geschichte der Gemeinde St.-Clemens in Sterkrade. Manfred Scherff unterstützt ihn häufig.
Wilhelm Mattler (rechts) erforscht die Geschichte der Gemeinde St.-Clemens in Sterkrade. Manfred Scherff unterstützt ihn häufig.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Gemeinde St.-Clemens in Sterkrade zeichnet eine Besonderheit aus: häufige Kontakte zu den Päpsten vergangener Jahrhunderte.

Oberhausen.. So viel Papst für eine Kirche. Wilhelm Mattler (87) ist begeistert. „Welche Gemeinde kann von sich sagen, wir haben mit mehreren Päpsten zu tun gehabt“, freut er sich für St. Clemens in Sterkrade. Gemeinsam mit Monika Elm grub der Hobby-Historiker tief in der Sterkrade Geschichte. Dabei entdeckten sie die Kontakte zu gleich fünf Päpsten. Freilich in einem Zeitraum von 1257 bis 1965.

Der erste Papst-Kontakt: „In Sterkrade gab es eine Zisterzienserinnen-Abtei“, erzählt Mattler. Das Kloster trug den Namen vom Bächlein der heiligen Maria.

„Die Zisterzienserinnen verehren Maria“, erklärt Mattler. Deshalb trugen alle Orte, an denen sie sich niederließen, „Maria“ im Namen. Sterkrade hieß aber schon Sterkrade, also war es nichts mit Maria im Namen. Deshalb wurde wenigstens der Bach so getauft. Nun gab es ein Kloster, das Kloster hatte einen Namen, allein eine Ordensregel – niedergeschriebene Regeln für die klösterliche Lebensweise – fehlte. 1257 fordert deshalb Papst Alexander IV. den Kölner Erzbischof auf, den Sterkrader Nonnen eine Ordensregel zu geben.

Der zweite Papstkontakt: Im Jahr 1461 setzt Papst Pius II. eine Überprüfung der Verträge von Sterkrader Klostergütern an. „Die Sterkrader Äbtissin Hadewig von Loe hatte ihn darum gebeten“, sagt Mattler. Die Vorgängerin Hadewig von Loes hatte die Klostergüter wohl zu günstig verpachtet.

Dritter Papstkontakt: Da hatten sich die Nonnen aber schwer verrechnet. 1649 wiesen sie den „Apostolischen Nuntius“ Fabio Chigi ab, als er mit seiner Gefolgschaft um ein Nachtlager bat. Chigi spielte als Botschafter beim Westfälischen Frieden, besiegelt in Münster und Osnabrück, eine entscheidende Rolle. Chigi war nach den Verhandlungen, die den 30-Jährigen-Krieg beendeten, auf dem Weg von Münster nach Aachen, als ihn die Nonnen nicht einließen. Er erwähnte das Kloster in einem Reisebericht: „An dies unmenschliche Volk wird der scheußliche Name des Ortes Sterkenroden erinnern in allen Ländern der Erde.“ „Chigi spielt auf das lateinische Wort stercora“ an, was Schmutz, Mist bedeutet“, verdeutlicht Mattler. Chigi wird später Papst Alexander VII. Die Nonnen hatten einen künftigen Papst abgewiesen. Als Alexander VII. gewährt dieser am 25. Juni 1664 allen Gläubigen einen „vollkommenen Ablass, welche die Sterkrader Klosterkirche am Fest des heiligen Bernhard besuchen“.

Vierter Papstkontakt: 1744 gewährt auch Papst Benedikt XIV. einen solchen Ablass.

Fünfter Papstkontakt: Papst Paul VI. erhebt die Sterkrader St.-Clemenskirche am 10. Februar 1965 zur Propsteikirche.