Schild in Oberhausen schickt Fahrer auf Umwege

Wer von der Konrad-Adenauer-Allee in Richtung Dorsten fahren will, den leiten die Verkehrsschilder kurz vor Beginn der A 516 nach Eisenheim und weiter durch viele innerstädtische Straßen.Foto:Ulla Emig
Wer von der Konrad-Adenauer-Allee in Richtung Dorsten fahren will, den leiten die Verkehrsschilder kurz vor Beginn der A 516 nach Eisenheim und weiter durch viele innerstädtische Straßen.Foto:Ulla Emig
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Was wir bereits wissen
Wer vom Centro Oberhausen in Richtung Dorsten fahren will, der könnte bis Oberhausen-Sterkrade über die A 516 fahren. Stattdessen werden Fremde durch den innerstädtische Straßen geleitet. Leser: Ein Graus

Oberhausen.. Vor über zwei Jahren, im Januar 2013, machte Bruno Rebbelmund, damals im Leserbeirat der WAZ, auf eine für Umwelt und Anwohner ungünstige Beschilderung aufmerksam. Bis heute hat sich daran nichts geändert: Wer von der A 42 oder aus Alt-Oberhausen kommt und in Richtung Dorsten fahren will, wird völlig unnötig von der Ausfahrt Eisenheim aus über innerstädtische Straßen geleitet.

Erst jetzt kündigt der Landesbetrieb Straßen NRW eine Änderung an – allerdings bis spätestens Anfang 2016.

Der Umweg beginnt am Kanal

Bruno Rebbelmund demons­triert den Missstand bei einer Fahrt: Auf der Konrad-Adenauer-Allee ist der Hinweis auf Dorsten und die B 223 noch mit einem Geradeauspfeil versehen. Kaum befindet er sich aber mit seinem Opel nördlich des Rhein-Herne-Kanals, wird ihm angezeigt, vor dem Beginn der A 516 an der Ausfahrt Eisenheim abzufahren.

Es geht nach rechts auf die Werthfeldstraße und gleich wieder rechts auf die Sterkrader Straße. Ihr soll der nach Dorsten orientierte Autofahrer nun kilometerlang folgen. Die A 516 wird zum ersten Mal gekreuzt und überquert.

Lastwagen in der 30er-Zone

Vor dem Johanniter-Krankenhaus muss Rebbelmund in den dritten Gang zurückschalten. Denn hier ist Tempo 30 angesagt. Schließlich zwingen den Oberhausener einige parkende Autos, ganz anzuhalten und den Gegenverkehr vorzulassen. „Und über so eine Straße lotsen die den Durchgangsverkehr mit etlichen Lkw“, sagt Rebbelmund und schüttelt mit dem Kopf.

Hinter der Sterkrader Feuerwache an der Dorstener Straße wird es ganz kompliziert. Erst geht es rechts ab in die Straße Dreilinden. Zum zweiten Mal wird die A 516 gekreuzt, diesmal unterquert. Gleich dahinter muss links abgebogen werden in eine kleine Stichstraße. Sie mündet in die Teutoburger Straße. Es geht links ab. Zum dritten Mal wird die A 516 gekreuzt, wiederum unterquert. Und am Freitaler Platz geht es dann endlich nach rechts in die Dorstener Straße ab.

„Das könnte man doch viel einfacher haben“, ärgert sich der Pensionär. Und Bruno Rebbelmund hat auch einen Vorschlag: „Man müsste einfach den Hinweis auf Dorsten erst an der Ausfahrt Sterkrade anbringen und nicht schon vorher in Eisenheim.“

Rebbelmunds Navigationssystem weist übrigens einen ganz anderen Weg: Es lotst den Autofahrer auf der A 516 bis zum Autobahnkreuz Oberhausen und dann weiter auf die A 2 und auf ihr vermutlich bis zur Anschlussstelle Bottrop. Von dort kommt man nämlich auch auf die Dorstener Straße.

Landesbetrieb macht Irrfahrt erst 2016 ein Ende

Beim maßgeblichen Landesbetrieb Straßenbau NRW will man sich nicht dazu äußern, wieso man so lange an dieser Beschilderung festgehalten hat. Die zuständige Sachbearbeiterin macht aber deutlich, dass es einem Staatsakt gleichkommt, daran etwas zu ändern.

„Es gibt ein Nah- und Fernzielverzeichnis für Ortshinweise an allen Anschlussstellen von Bundesautobahnen“, erklärt sie. Änderungen darin müssten mit dem Landesverkehrsministerium abgestimmt werden, außerdem mit der Bezirksregierung in Düsseldorf und der Stadtverwaltung. Das sei in den vergangenen beiden Jahren geschehen. Ergebnis. „Das Fahrt­ziel Dorsten kann entfallen!“

Das geschieht nun freilich nicht, indem die sechs Buchstaben einfach überklebt werden. Neue so genannte Schilder-Brücken müssen her, das Stück im Schnitt zu 5000 Euro, vier an der Zahl, weil die vorhandenen bereits sehr alt sind. „Zur Zeit läuft eine Ausschreibung für über 30 neue Schilderbrücken im Ruhrgebiet“, darunter auch die vier mit dem kritisierten Hinweis auf Dorsten, erklärt die Sachbearbeiterin. Der entsprechende Auftrag werde im Laufe dieses Jahres vergeben.

Spätestens Anfang 2016 würden die neuen Tafeln angebracht - dann ohne „Dorsten“. Für die innerstädtischen Hinweise sei die Stadt zuständig.