„Ruhestand gibt es nicht für mich“

Propst em. Karl Wehling bei seiner liebsten Freizeitbeschäftigung: Er schnitzt leidenschaftlich gern.
Propst em. Karl Wehling bei seiner liebsten Freizeitbeschäftigung: Er schnitzt leidenschaftlich gern.
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Karl Wehling feiert sein Diamantenes Priesterjubiläum. Vom 1969 bis 1996 wirkte er als Pfarrer und Propst in St. Pankratius in Oberhausen-Osterfeld.

Oberhausen.. Obwohl er inzwischen über 87 Jahre alt ist, erscheint sein Name immer noch regelmäßig auf dem Dienstplan der Pfarrei St. Pankratius. Für Propst em. Karl Wehling, der am 5. März auf den 60. Jahrestag seiner Priesterweihe zurückblicken darf, ist das beinahe selbstverständlich. „Ruhestand für einen Priester gibt es nicht, solange die Gesundheit mitspielt“, erläutert er sein persönliches Verständnis von Priestertum.

Karl Wehling wurde am 3. Oktober 1927 in „Hamborn am Rhein“ geboren. Durch den Einzug zum Luftwaffenhelfer- und Wehrdienst sowie die amerikanische Gefangenschaft wurde seine Schulzeit 1943/44 unterbrochen. Nach seinem Abitur (1947) am Leibniz-Gymnasium in Hamborn studierte Wehling in Münster und Mainz Theologie.

Am 5. März 1955 wurde er in der Lamberti-Kirche in Münster von Bischof Michael Keller zum Priester geweiht. Nach einer kurzen Aushilfstätigkeit in der Weseler St.-Martini-Gemeinde kam er am 22. April 1955 als Kaplan in die St.-Elisabeth-Pfarrei nach Recklinghausen. Wenige Tage vor Gründung des Ruhrbistums Essen (1. Januar 1958) kam der Seelsorger auf eigenen Wunsch am 13. Dezember 1957 nach St. Michael in Bottrop und wurde damit Priester in der Diözese Essen. Gern war er von 1959 bis 1969 als Religionslehrer am Sterkrader Freiherr-vom-Stein-Gymnasium tätig. Vom 4. Februar 1969 bis zu seinem Ruhestand am 1. Oktober 1996 wirkte er als Pfarrer und Propst in St. Pankratius in Osterfeld und war von 1988 bis 1994 auch Dechant des Dekanates Osterfeld. Bis zur Vollendung seines 75. Lebensjahres arbeitete er als Pfarrer im besonderen Dienst in St. Judas Thaddäus. Hier und auch in St. Pankratius ist er bis heute aktiv und vertritt auch andernorts Priester.

Versöhnung mit Polen

Als Propst von St. Pankratius, als Vorsitzender des Verwaltungsrates des St.-Marien-Hospitals Osterfeld und des eingetragenen Vereins „Bischof-Ketteler-Haus“, der für das gleichnamige Altenheim Verantwortung trägt, stand für ihn stets der Mensch im Mittelpunkt. Neben der Devise „Zeit haben für den anderen“, für die er bis heute einsteht, war seine Seelsorgearbeit immer darauf ausgerichtet, das seelische Gleichgewicht und körperliche Wohlbefinden der Menschen in Einklang zu bringen. „Nur wenn der Menschenwürde entsprechende Voraussetzungen gegeben sind, ist es möglich, glaubwürdig die Botschaft von Gott zu vermitteln“, so der Priesterjubilar.

Sein segensreiches Wirken ist aber viel weitreichender: So wurde Karl Wehling für seinen Einsatz für den Wiederauf- und Neubau von Kirchen in und die Versöhnung mit Polen 1995 zum Ehrendomherren an der Domkirche Pelplin in Polen ernannt.