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Rothebusch punktet mit Naturnähe und regem Vereinsleben

22.03.2012 | 12:45 Uhr
Naturnähe und der gute Ruf von Rothebusch ziehen Neuankömmlinge an.Foto: Gerd Wallhorn

Oberhausen.   Das Waisenhaus gilt als Herzstück von Rothebusch. Lebenswert machen den Ortsteil rührige Vereine und Naturnähe

Das leerstehende Waisenhaus , es ist der Knackpunkt in Rothebusch. Vor 100 Jahren als Versorgungsheim für Alte, Kinder und Waisen gebaut , war es ein soziales Zentrum in dem heute noch engagierten Ortsteil mit rührigen Vereinen. „Es zu verlieren, das käme dem Verlust eines Stücks Heimat gleich“, sagt Heinz Reimann. Deshalb will er es kaufen und herrichten – der Rat der Stadt hat dazu am Montag das Okay gegeben.

An diesem Nachmittag stehen Reimann, seine Frau Doris, Thomas Lehmkühler vom Schützenverein Rothebusch und eine Gruppe engagierter Anwohner vor dem Waisenhaus. Der Rundgang durch den Ortsteil, er führt zuerst rund um dieses Herzstück: vorbei an noch mit Brettern zugenagelten Fenstern, am Waschhaus mit ausgebranntem Dachstuhl und am leerstehenden Kindergarten. Diesen wolle er zuerst sanieren, sagt Reimann, mit der Leitung des gegenüberliegenden Kindergartens St. Marien wolle er besprechen, wie der Pavillon angebunden werden könne.

Rothebusch bekommt neues Zentrum

Die Hoffnung ist groß, dass mit der Sanierung des Waisenhauses Rothebusch ein neues Zentrum erhält. Schütze Thomas Lehmkühler zeigt auf den nahen Kirchturm von St. Marien Rothebusch. „In der Verbindung von Gemeinde, Kindergarten und Waisenhaus kann hier etwas Besonderes entstehen.“

Doch der Blick auf den Kirchturm, er hat auch einen bitteren Beigeschmack: Seit Pfarrer Arnold Jentsch 2011 überraschend versetzt wurde, drohen gewachsene Strukturen in der Gemeinde wegzubrechen, sagt Doris Reimann. Das aufzufangen versuchten nun die zehn Vereine im Ortsteil, Sportler, Kleingärtner, Tänzer und Musiker arbeiten eng zusammen.

Hoffnung auf neuen Bürgerplatz

Gegenüber der Kirche hatten sie über Jahrzehnte im Schützenplatz einen Treffpunkt für Bürger gefunden. Heute stehen dort aber neue moderne Wohnhäuser. „Wir vom Schützenverein haben einen neuen Platz an der Nürnberger Straße“, sagt Lehmkühler, der, fügt Doris Reimann an, „aber weniger zentral ist“. Doch, da lässt sich ihr Mann in die Karten schauen, der Platz hinter Kirche und Waisenhaus könne sich zum neuen Bürgerplatz mausern.

Stadtteilrundgang Rothebusch

Bis dahin haben sich die Vereine wiederum etwas anderes überlegt: Vor der Halle des Tanz-Turnier-Clubs wollen die Rothebuscher erstmals in diesem Jahr einen Maibaum aufstellen. „Der Maibaum soll von Jahr zu Jahr wandern“, kündigt Lehmkühler an.

Rothebuscher sind heimatverbunden

Rothebusch sei eine der schönsten Ecken der Stadt, sagt Reimann auf dem Weg zum Waldstück, das an den Revierpark Vonderort grenzt. Dem Lauf des Mühlenbachs folgend plaudert die Gruppe über Anekdoten aus der Geschichte des Ortsteils. Heimatverbunden sei man hier, fasst Thomas Lehmkühler das zusammen. „Ich bin ja zugereist, in Oberhausen wurde ich geboren. Die Gemeinschaft hier will ich nicht mehr missen.“

Naturnähe und der gute Ruf ziehen Neuankömmlinge an: An der sanierungsbedürftigen Koppenburgstraße ist ein Neubaugebiet entstanden. Lobenswert, aber auch schade, „wenn das alles zugepflastert wird“, heißt es aus der Gruppe.

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Was fehlt im Ortsteil? Kaum Kritik gibt es aus den Reihen. Treffpunkte habe man in den Vereinsheimen und Gaststätten, ein kleines Nahversorgungszentrum wäre aber wünschenswert. Und an der Kreuzung der Koppenburg- und Rothebuschstraße müsste das Parken eingeschränkt werden, weil die Sicht eingeschränkt würde. „Sonst mangelt es uns an nichts“, sagt Lemkühler. Vielleicht an einer Sache, die mit der Sanierung des Waisenhauses dem Ortsteil aber zurückgeben werden soll: einer der schönsten Ausblicke Oberhausens – vom Dach des Waisenhauses.

Rothebusch in Zahlen

Mehr als ein Viertel der 5102 Anwohner in Rothebusch ist nach Angaben des Statistikamts 65 Jahre alt oder älter. Damit liegt der Ortsteil über dem städtischen Schnitt. Nur etwa 12,5 Prozent machen Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre in Rothebusch aus. Zum Vergleich: Stadtweit sind rund 16,3 Prozent zwischen 0 und 17 Jahre alt. 94,6 Prozent der erwerbsfähigen Rothebuscher gehen einer Arbeit nach – die Arbeitslosenquote ist nur in Königshardt, Walsumermark und Holten niedriger. Fast die Hälfte der Rothebuscher ist katholisch, rund 30 Prozent hat keine christliche Konfession.

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Stephanie Weltmann



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