Rätselraten um Baumarkt-Folge in Oberhausen-Sterkrade

Noch immer hängt die Werbung für den Baumarkt an der Fassade des Hirsch-Centers, obwohl Max Bahr schon Anfang 2014 schloss.
Noch immer hängt die Werbung für den Baumarkt an der Fassade des Hirsch-Centers, obwohl Max Bahr schon Anfang 2014 schloss.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Seit mehr als einem Jahr steht die Max-Bahr-Filiale im Hirsch-Center in Oberhausen-Sterkrade leer. Bisher ließ sich der Immobilienbesitzer nicht in die Karten schauen.

Oberhausen.. „Herzlich willkommen“ steht noch immer über dem Eingang zu Max Bahr in Sterkrade – und „Wir sind für Sie da“. Doch zu sprechen ist in dem Baumarkt längst niemand mehr. Seit Bahr unter dem Dach der Praktiker-Baumarktkette pleite ging, steht das riesige Ladenlokal im Fachmarktzentrum Hirsch-Center leer. Mehr als ein Jahr schon rätseln Kunden, Kaufleute und Kommunalpolitiker, ob und wie es dort weitergeht.

Denn der, der über die Zukunft des 5300 Quadratmeter großen Ladenlokals vor den Toren der Sterkrader Innenstadt berichten könnte, ließ sich bisher nicht in die Karten schauen. Wolfgang Hirsch hat 1999 als Chef der gleichnamigen Unternehmensgruppe das Hirsch-Center bauen lassen und eröffnet. Mit drei Stammmietern – zweigeschossigem Baumarkt, 700 Quadratmeter großem Schuhcenter, einem Modehaus auf 1300 Quadratmetern – und 400 begehrten Parkplätzen wurde es schnell ein neuer Anziehungspunkt für Sterkrade-Mitte. Doch nur wenige in Politik und Stadt haben heute einen guten Draht zur großen Hirsch-Gruppe, die in zahlreichen Städten tätig ist.

Dabei ist der Informationsbedarf in Sterkrade ist groß. Kunden vermissen den Baumarkt, der fast 13 Jahre fest zum Hirsch-Center gehörte. Kaufleute bedauern den Leerstand vor den Toren des Stadtteilzentrums. Zwar werde der Bereich vor dem früheren Baumarkt stets sauber gehalten. Doch das Geschäft habe viele Kunden gebracht. Und die braucht Sterkrade, das trotz vieler alt eingesessener Fachgeschäfte und emsiger Gewerbetreibender unter dem Wettbewerbsdruck leidet. Mit Förderprogramm und Kümmerer arbeiten Politik und Rathaus an einem großen Wurf für Sterkrade.

39 Sterkrader Jobs fielen weg

1999 zeigte sich Hirsch sehr angetan von Oberhausen, dieser Stadt im Industriewandel, die mitten im Ruhrgebiet viel Potenzial bereithielte. So gut lief das Geschäft, dass der Investor schon im Jahr 2000 Interesse anmeldete, das Center mit seinen drei Mietern zu erweitern. 5000 Quadratmeter Grundfläche sollten genutzt werden, ein Elektromarkt war im Gespräch.

Umgesetzt wurde der Plan zwar nicht, doch bis zu der Praktiker-Pleite, die allein in Sterkrade 39 Jobs kostete, lief es im Hirsch-Center gut. Leerstände gab es nicht. Die Modefirmen Adler und Siemes sind Mieter der ersten Stunde.

Der seit Anfang 2014 nun ungenutzte Baumarkt gilt allerdings als nur schwer zu vermieten. Das zweistöckige Ladenlokal mit längs laufender Rolltreppe war besonders auf die Angebote Praktikers ausgerichtet.