Orgelkunde für die Kleinsten

Kantor Veit Zimmermann erklärte den Kindern auch das Manual der Orgel.
Kantor Veit Zimmermann erklärte den Kindern auch das Manual der Orgel.
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Was wir bereits wissen
Kantor Veit Zimmermann lädt Kindergartengruppen ein. Zehn Musikinteressierte der Kita Heilig Geist besuchten die Liebfrauenkirche in Oberhausen.

Oberhausen.. Ganz leise erklingt der erste Ton. Nach und nach steigert Veit Zimmermann die Lautstärke, greift im oberen Manual mehrere Akkorde, drückt mit dem linken Fuß auf eines der zahlreichen Pedale, schaltet immer mehr Register dazu, bis schließlich ein Klang von gewaltigen Ausmaßen die Klosterkirche Liebfrauen erfüllt. Die Kinder des katholischen Kindergartens Heilig Geist haben währenddessen mit geschlossenen Augen zugehört. Zu zehnt sind sie mit zwei Betreuerinnen gekommen, um die Königin der Instrumente kennen zu lernen. Am Ende der Stunde überreicht ihnen Zimmermann das Diplom „Miniorganist“.

Kinder an die Musik heranzuführen, ist dem studierten Kirchenmusiker ein besonderes Anliegen. So leitet er unter anderem die Klostermusikschule. Als koordinierender Kirchenmusiker ist er zudem für die Musik in allen Kirchen der Großgemeinde St. Clemens zuständig. Das Miniorganisten-Diplom bietet er seit einigen Jahren an.

Das Miniorganisten-Diplom

Das Interesse der Kinder von Heilig Geist bestätigt ihn, damit auch in Zukunft weiterzumachen. Ob am Spieltisch stehend oder beim Blick in den großen Schwellkasten der Orgel, hinter dem sich ganz viele Orgelpfeifen verbergen – aufmerksam folgen die Kleinen seinen Erklärungen — die er immer mit praktischen Beispielen verbindet und die Kinder dabei einbindet. So dürfen sie gleich am Anfang erst mal selbst ausprobieren, wie eine einzelne Pfeife klingt, wenn man sie anbläst. Dabei wird deutlich: Je kleiner die Pfeife, desto höher der Ton, je größer, desto tiefer.

Bis ins Detail kann und will Zimmermann bei den Mini-Organisten natürlich nicht gehen. Was er aber kann: sie beeindrucken. „Haltet mal eure Hand an den Schlitz der größten Pfeife“, fordert er sie auf. Der Luftzug, der beim Treten des Pedals dann austritt, ist deutlich zu spüren.

Dünn wie ein Strohhalm ist die kleinste Pfeife der Liebfrauen-Orgel, über fünf Meter hoch und mehr als armdick die größte. „Über 2500 Pfeifen hat das Instrument“, sagt Zimmermann. Warum so viele? Weil nicht nur für jeden Ton, sondern auch für jede Klangfarbe eine eigene Pfeife benötigt wird. So kann derselbe Ton wie eine Trompete, wie eine Blockflöte oder wie eine Klarinette klingen. Einige Pfeifen sind nicht aus Metall, sondern aus Holz, um ganz bestimmte Klangfarben damit erzeugen zu können. Das Instrument der Firma Stockmann ist noch recht jung: Baujahr 1994. Was das Instrument wert ist? „Locker über 800 000 Euro.“ Die Kinder staunen.