Neue Hoffnung für altes Schuhhaus in Oberhausen

Keine schöne Ansicht an der Bergstraße in Osterfeld bietet das ehemalige Schuhhaus Erwig, das seit Jahren leer steht.
Keine schöne Ansicht an der Bergstraße in Osterfeld bietet das ehemalige Schuhhaus Erwig, das seit Jahren leer steht.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Stadtkämmerer sieht Chance für das seit Jahren leer stehende Gebäude. Apostolos Tsalastras lobt holländische Regelung bei Schrott-Immobilien.

Oberhausen.. Seit Jahren steht das ehemalige Schuhhaus Erwig in Osterfeld leer und ist damit Bürgern und Politikern ein Dorn im Auge. Es verfällt, gilt als Schandfleck im Stadtteil. Nun zeigt sich Stadtkämmerer Apos­tolos Tsalastras vorsichtig optimistisch, dass Bewegung in die Situation an der Bergstraße kommen könnte. Bei einer Begehung Mitte Juni werde auch dieser Standort ein Thema sein. „Ich hoffe, dann vielleicht schon Informationen zu haben, wie es weitergehen könnte“, hofft Tsalastras. Auch ihm ist das Problem mit dieser Immobilie bekannt: „Der Zustand des Gebäudes wird zu Recht kritisiert.“

Vorbild Niederlande

Allerdings, schränkt der Kämmerer ein, habe die Stadt bei Immobilien in Privatbesitz nur wenig Möglichkeiten einzuschreiten: „Uns bleibt nur das Gespräch mit dem Eigentümer und ihn zu überzeugen, etwas zu tun oder zu verkaufen.“ In diesem Zusammenhang bricht Tsalastras eine Lanze für ein in den Niederlanden praktiziertes Konzept: „Dort ist der Umgang mit verfallenden Immobilien anders geregelt. Es ist viel leichter, dort solche Gebäude zu verstaatlichen. Das geht sogar so weit, dass sie Hausbesetzern, die ein überzeugendes Konzept vorlegen können, überlassen werden können. Ich halte das für vorbildlich.“

Tsalastras räumt ein, dass der Verfall einer Immobilie nicht zwangsläufig aufgrund von Desinteresse des Eigentümers zustande komme: „Oft sind es zerstrittene Eigentümergemeinschaften oder ältere Herrschaften, die sich einfach nicht mehr kümmern können, oder aber es fehlt das nötige Geld zur Sanierung.“

Fehlende Miet­einnahmen

Auch im Fall des ehemaligen Schuhhauses sorgen fehlende Miet­einnahmen und unerwartet hohe Sanierungskosten seit April 2014 dafür, dass die vom neuen Eigentümer geplante Renovierung nicht stattgefunden hat. Im Vorfeld des Verkaufs offenbar unentdeckt gebliebene Mängel wie alte Bleirohre, marode Treppen und Heizungen hatten die Kosten für die Renovierung in die Höhe schnellen lassen. Damals hatten Politik und Verwaltung dem neuen Eigentümer bereits Hilfe angekündigt.

Nun erhofft sich Tsalastras neuen Handlungsspielraum – nicht nur in Sachen Schuhhaus – von einem Förderantrag, den die Stadt für das Projekt „Soziale Stadt“ gestellt hat. Dadurch soll Geld auch nach Osterfeld gespült werden.

Das Schuhhaus an der Bergstraße, das Heiner Erwig im Jahr 2000 aufgegeben hat, war übrigens einst das Stammhaus des Traditionsbetriebes Erwig.