Nabu schafft neue Laich-Plätze in Oberhausen

Silke Hingmann und ihre Nabu-Kollegen Horst Kristan (l.) und Ekkehard Psotta
Silke Hingmann und ihre Nabu-Kollegen Horst Kristan (l.) und Ekkehard Psotta
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Die Oberhausener Naturschützer lassen am Hiesfelder Wald drei Teiche anlegen. Dadurch wollen sie Krötenwanderungen über die Straße verhindern.

Oberhausen.. Es wird eng im Laich-Teich am Rand des Hiesfelder Waldes im Oberhausener Norden. Bis zu 1000 Kröten und andere Tiere entwickeln sich hier Jahr für Jahr von der Kaulquappe zur Amphibie. Tendenz steigend. Deshalb lässt der Oberhausener Naturschutzbund (Nabu) gleich nebenan drei weitere Gewässer anlegen.

Langfristiges Ziel ist es, Krötenwanderungen zu verhindern und so den Bestand zu sichern. Der Versuch, die Franzosenstraße zu überqueren, endet jedes Jahr für viele Tiere tödlich. „Wenn sie aber ausreichend Möglichkeiten haben, hier am Waldrand zu laichen, müssen sie nicht mehr über die Straße“, sagt Silke Hingmann vom Oberhausener Nabu.

Die Heimat von Kröte, Frosch und Co. ist der Hiesfelder Wald. Doch ein Mal im Jahr verlassen sie ihn, um in Tümpeln und Teichen für Nachwuchs zu sorgen. Das Problem: Die Tiere kehren zum Laichen immer an den Ort ihrer Geburt zurück. Und der liegt auf der anderen Straßenseite. „Dort gab es früher viele Feuchtgebiete und Teiche“, erklärt Hingmann.

Nabu stemmt Kosten allein

Kröten sind nicht nur Gewohnheitstiere, sondern können auch sehr alt werden – in Gefangenschaft bis zu 35 Jahre. Die Arbeit des Nabu ist mit dem Anlegen der neuen Wasserstellen also nicht getan. Noch immer holen die ehrenamtlichen Helfer Jahr für Jahr mehr als 1000 Tiere von den Schutzzäunen und bringen sie zurück zum Laichplatz am Waldrand. Den ersten, rund 950 Quadratmeter großen Teich hat der Nabu bereits 2005 anlegen lassen.

Die Kosten für die drei neuen Laichplätze stemmt der Nabu aus eigenen Mitteln. 3000 Euro kostet das Ausheben des Waldbodens. Folien oder andere Dichtmaterialien kommen nicht zum Einsatz. Der Boden verfügt über eine dicke Lehmschicht, die verhindert, dass das Wasser in den Boden sickert.

Bis Ende dieser oder Anfang nächster Woche sollen die Arbeiten abgeschlossen sein – pünktlich zur nächsten Laich-Saison, die in der Regel Ende Februar bis Anfang März beginnt. „Ab einer Temperatur von neun Grad werden die Tiere aktiv“, erklärt Silke Hingmann.

Die Vorbereitungen für den Bau der drei neuen Teiche hat rund ein Jahr gedauert. „Wir sind hier in einem Landschaftsschutzgebiet, der Hiesfelder Wald steht als sogenanntes Flora-und-Fauna-Habitatgebiet unter einem besonderen Schutz“, erklärt Hingmann. Weil die Laich-Teiche die Strukturvielfalt in dem Gebiet erhöhe, hat die zuständige Untere Landschaftsbehörde letztlich jedoch die Erlaubnis zum Bau erteilt.