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Mit 92 Jahren auf dem Tanzparkett

10.11.2012 | 13:00 Uhr
Mit 92 Jahren auf dem Tanzparkett
Die beiden ältesten Mitglieder im Tanzkurs für Senioren der Auferstehungskirchengemeinde in Osterfeld sind mit 92 Jahren ( v.l.) Karoline Klein und Leni Plein.Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen. Im Alter, sagt Helene Plein, muss man etwas machen. „Wer nur alleine zu Hause sitzt, der wird träge.“ Weil sie schon in jungen Jahren leidenschaftlich gerne das Tanzbein geschwungen hat, hat sie sich deshalb einer Tanzgruppe angeschlossen: Jeden zweiten Freitag bewegt sie sich mit 25 Gleichgesinnten im Zentrum der Auferstehungskirchengemeinde in Osterfeld im Takt der Musik. Und das seit nunmehr 24 Jahren: Heute ist Helen Plein 92 Jahre alt. Und sagt: „Hier bekommt man Unterhaltung.“

Kaffee und Kuchen gehören dazu

Von Anfang an war Helene Plein an der Seniorentanz-Gruppe beteiligt, die Anke Balling 1988 in Osterfeld gegründet hatte. „Ich war Mitte 40, als ich in einer Kur erstmals auf den Seniorentanz aufmerksam wurde“, sagt Balling. Die heute 71-Jährige hat sich zur Gruppenleiterin ausbilden lassen. In der Gemeinde der Heidekirche hatte sie erstmals mit einer Gruppe von Senioren getanzt, ehe sie ihren eigenen Kurs ehrenamtlich für anfänglich zwölf ältere Menschen an der Kapellenstraße anbot.

Von Paartanz bis Kreistanz

Paartänze, Square-Dance und auch Kreistänze gehören zum Seniorentanz, bei dem die Koordination und Konzentration gefördert werden soll, aber vor allem der soziale Austausch im Mittelpunkt steht: Zum Tanznachmittag gehört auch immer eine Kaffeerunde. Viele der Osterfelderinnen zwischen 69 und 92 Jahren seien verwitwet und lebten allein, berichtet Balling. Der Austausch in der Gruppe gehöre da zum festen Terminplan. „Wenn jemand nicht kommt, ruft er an. Jeder weiß, er wird vermisst“, sagt Balling, die die Gruppe heute zusammen mit der 70-jährigen Rita Möhring führt. Die Seniorinnen riefen sich auch an Geburtstagen an, Freundschaften, heißt es aus der Runde, seien entstanden.

Da nur ein Mann zu der Tanzgruppe gehört, teilen sich die Frauen jeweils auf, mit Blumen um den Hals zeigen sie die Geschlechterrollen an. Beim Tanzen selbst gelte: Jeder mache so viel wie er könne. „Manchmal setze ich mich auch nur an die Seite und schaue zu“, gibt Karoline Klein gerne zu. Dennoch wolle sie, so sagt die ebenfalls 92-Jährige, die Gruppe nicht aufgeben. „Man bekommt immer so einen Aufschwung hier“, meint sie.

Durch Kirchenblättchen von Tanzgruppe erfahren

Über das Kirchenblättchen habe sie von der Tanzgruppe erfahren, sagt Sigrid Köhler, „die Neue“ in der Tanzgruppe. Sie kann den Kurs nur weiter empfehlen, bemerkt aber: „Viele ältere Menschen sind nicht daran gewöhnt, in einer Gruppe zu sein und deshalb zurückhaltender.“ Wichtig findet sie deshalb, in jungen Jahren einem Verein beizutreten: „Wer sagt, das mache ich alles in der Rente, der liegt falsch. Im Alter macht man so etwas nämlich dann doch nicht.“

Stephanie Weltmann


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