Mädchen in Oberhausen lernen Risiken des Internets kennen

Was wir bereits wissen
Von Abofallen über Cybermobbing und Sexting bis zum Urheberrecht: Die Gleichstellungsstelle der Stadt Oberhausen lud Mädchen der Gesamtschule Osterfeld zum Präventionsworkshop ein.

Oberhausen.. Das aufreizende Foto für den Freund, mit dem Handy ist es schnell gemacht und über Whats­app noch schneller verschickt – doch was, wenn er das Bild an Freunde weitergibt? Es auf Facebook landet? Blöde Kommentare kommen, die einen fertig machen?

„Junge Menschen müssen sich be­wusst sein, dass weitergegebene Daten nicht sicher sind“, sagt Julia Pietrasch von der städtischen Gleichstellungsstelle. Um vor allem junge Mädchen für die Risiken des Internets zu sensibilisieren, hat sie mit Frauen von Polizei, Verbraucherzentrale und der städtischen Psychologischen Beratungsstelle ein Präventionsprojekt entwickelt. In diesen Tagen haben 100 Schülerinnen der Gesamtschule Osterfeld (GSO) daran teilgenommen.

Musik und Filme im Internet

Verschiedene Workshops wurden den Schülerinnen des neunten und zehnten Jahrgangs geboten. Nicht nur der Umgang mit Fotos und privaten Daten war Thema. Mitarbeiterinnen der Verbraucherzentrale etwa informierten die Jugendlichen über Online-Käufe und warnten vor Abo­fallen. „Vielen Schülerinnen sind die Probleme, die finanziell und rechtlich auftreten können, überhaupt nicht bewusst“, bemerkt Angelika Wösthoff, Leiterin der Verbraucherzentrale. Polizistinnen sprachen mit den jungen Frauen über Urheberrechtsverletzungen beim Herunterladen oder Streamen von Musik und Filmen im Internet.

Im Fokus der drei Projekttage standen auch das sogenannte Sexting – Textnachrichten über sexuelle Themen – und Cybermobbing. Das Abschiedsvideo einer 15-jährigen US-Amerikanerin, die von beleidigenden Online-Kommentaren in den Selbstmord getrieben wurde, schauten die Schülerinnen an. „Das Thema hat die Mädchen sehr bewegt“, sagt Pietrasch.

Rapide Entwicklung bei digitalen Medien

Frühzeitig über die Chancen und Risiken der digitalen Welt zu informieren, das hält Kriminalhauptkommissarin Yvonne Thiel vom Kommissariat Opferschutz für wichtig. „Den Mädchen sollen kon­krete Handlungsrahmen und Hilfestellungen aufgezeigt werden, um weder Opfer noch selbst Täter zu werden.“

Mit Fördergeldern unterstützt wurden die drei Projekttage nicht. Über das Engagement und den persönlichen Einsatz der Kooperationspartner freut sich Pietrasch deshalb besonders. „Es ist heutzutage erforderlich, frühzeitig aktuelle Themen unter möglichst vielen Gesichtspunkten zu betrachten“, sagt die stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte. Das gelte besonders wegen der rapiden Entwicklungen bei digitalen Medien.