Das aktuelle Wetter Oberhausen 1°C
Stadtteilrundgang

Leben im "Freilichtmuseum" Eisenheim

17.03.2012 | 11:00 Uhr
Foto: Nadine Gewehr/WAZ FotoPool.

Oberhausen. Kämpfe hat man in Eisenheim reichlich erlebt. Doch die Hektik ist in den charmanten Gassen trotzdem weit weg – zwischen alten Zechenhäusern, offenen Gärten und Sitzbänken ist es ungemein: lebendig.

Der Wind greift sich in einer Linde ein Vogelhäuschen und wirbelt es hin und her...

Die Szenerie in Eisenheim gleicht einem Freiluftmuseum. Prof. Roland Günter hört diesen Begriff gerne. Er ist ein Bewohner in der ältesten Arbeitersiedlung des Ruhrgebiets.

Anfang der 70er Jahre kam Günter nach Eisenheim. Zum Kämpfen. Denn die 1846 erbaute, später in vier weiteren Phasen erweiterte Siedlung sollte abgerissen werden. Günter wurde in der Zeit zu einem Pionier zur Rettung von Arbeiterkultur und Siedlungsmonumenten. Erfolgreich. Seit 1972 steht Eisenheim unter Denkmalschutz. „Der Kampf um Eisenheim“ hielt Einzug in die Geschichtsbücher. Der Ortsteil ist heute positioniert wie ein städtischer Schatz.

Prof. Günter deutet auf eine langgezogene Mauer, die mit schnörkellosen Verstrebungen schmucke Vorgärten vom ordinären Straßenbelag trennt...

Wahrscheinlich könnte der Kunsthistoriker über beinah jeden Stein etwas berichten. Denn nach gewonnener Schlacht blieb Günter ein Eisenheimer – wohnt noch heute mit seiner Frau Janne in einem Zechenhaus. Das war eine Sensation: Ein Professor in der Arbeitersiedlung? Skepsis in der Arbeiterklasse. Günter fand eine Schnittmenge: „Wir haben uns als erstes über Fußball unterhalten.“

Stadtteilrundgang Eisenheim

  Fußball. In Eisenheim immer ein Thema. Obwohl ein eigner Fußballplatz fehlt, rollt hier der Ball. Am Bunker gibt es einen Bolzplatz. „Da spielt auch gerne die türkische Nationalmannschaft“, sagt Günter, der selbst einige Zeit in Istanbul gelebt hat. Eisenheim ist international. Ein Ort für Kulturschaffende. Verschmelzung von industrieller Vergangenheit und launiger Zukunft.

  1. Seite 1: Leben im "Freilichtmuseum" Eisenheim
    Seite 2: "Für das Leben in der Siedlung muss man geschaffen sein"

1 | 2



Kommentare
Aus dem Ressort
Nacktbilder dürfen nicht zurück ins Sterkrader Rathaus
Kunst
Trotz vieler Proteste von Bürgern in Oberhausen und darüber hinaus bleibt das Oberhausener Gebäudemanagement hart: Die Künstlerin Maria Mancini darf die vier Nackbilder, die sie nach Beschwerden im Technischen Rathaus Sterkrade abhängen musste, dort nicht wieder ausstellen.
Leserin aus Oberhausen klagt - Zum Arzt fährt kein Bus
Nahverkehr
Der Weg zum Ärztehaus an der Mergelstraße in Oberhausen-Osterfeld ist für viele Senioren beschwerlich.Elisabeth Brandt kommt mit einem Vorschlag ins Lesercafé der Redaktion: „Verlegt doch eine Haltestelle!“ Das Nahverkehrsunternehmen Stoag dankt für die Ideen und prüft diese nun.
Auch die Knochen des ersten Sterkraders ziehen um
Stadtarchiv
Das Archiv der Stadt Oberhausen nimmt seine neuen Räume in der alten Hauptschule Lirich in Besitz. Dort gibt es einen Lesesaal, einen Ausstellungsraum und allein für Bücher rund 300 Meter Stellfläche. Abgeschlossen sein soll der Umzug im März 2015.
„Ein Industriemechaniker kann alles“
Serie
Ringsum Gestein, schwere Maschinen und rund 40 Grad, die den Schweiß laufen lassen. Das ist der Arbeitsbereich von Onur Büber. Seit März dieses Jahres findet seine praktische Ausbildung zum Industriemechaniker bei Prosper Haniel in rund 1200 Metern Tiefe statt.
Bilder nackter Frauen im Rathaus störten Oberhausener Bürger
Kunst
Im Technischen Rathaus in Sterkrade mussten ausgestellte Bilder wieder abgehängt werden, weil sich Besucher beklagt haben. Darauf waren nackte Frauen zu sehen. Das Oberhausener Gebäudemanagement sagt: „Wir wollen die Gäste nicht verprellen.“ Die Künstlerin Maria Mancini wirbt um mehr Toleranz.
Fotos und Videos
Rockerkrieg in NRW
Bildgalerie
Bilderchronik
Gnadenhof in Not
Bildgalerie
Tiere
Auferstehungskirche Osterfeld
Bildgalerie
Kirchenserie
So feierten die Fans in Oberhausen
Bildgalerie
Jubel und Autokorso