Kaum ein Oberhausener will mitdiskutieren

Drei Foren plant die Stadt, um mit Bürgern über das Einkaufen zu sprechen. Der erste Abend mit 29 Teilnehmer fand am 1. Juni statt, 23 kamen aus der Politik, dem Rathaus, von Interessengemeinschaften und vom Moderationsteam.
Drei Foren plant die Stadt, um mit Bürgern über das Einkaufen zu sprechen. Der erste Abend mit 29 Teilnehmer fand am 1. Juni statt, 23 kamen aus der Politik, dem Rathaus, von Interessengemeinschaften und vom Moderationsteam.
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Was wir bereits wissen
Stadtentscheider wollen mit Anwohnern übers Einkaufen reden, doch die Resonanz war gering. Nur sechs der 29 Gäste beim ersten Forum waren Bürger.

Oberhausen.. Knapp eineinhalb Wochen nach dem ersten Forum, bei dem die Stadt Oberhausen mit Osterfeldern über Supermärkte und fehlende Geschäfte im Stadtteil gesprochen hat, streitet die Politik über die mangelnde Teilnahme. Nur sechs Bürger und fünf Vertreter von Interessengemeinschaften sind zu der Abendveranstaltung am 1. Juni in die Gesamtschul-Aula gekommen. Die CDU wirft dem Rathaus vor, zu wenig und zu kurzfristig geworben zu haben.

„Es wird viel über Bürgerbeteiligung in Oberhausen gesprochen“, sagt Denis Osmann, Sprecher der Osterfelder CDU-Fraktion. „Dann muss sich eine Stadt auch überlegen, wie sie ihre Bürger besser anspricht.“ Zwei weitere Bürgerforen sind geplant.

Die Stadt Oberhausen muss ein neues Einzelhandelskonzept aufstellen, eine Art Blaupause für die Versorgungszentren in Oberhausen. Auf Grundlage des Konzepts werden neue Supermärkte genehmigt, wo sie gebraucht werden, und Geschäftszentren geschützt. Weil es vor allem die Oberhausener sind, die in den Supermärkten und Fachgeschäften einkaufen, sollen sie bei drei Bürgerforen von Gewohnheiten, Mängeln im Angebot und Ideen berichten. Das zweite Forum findet am 16. Juni, 18 Uhr, in Alt-Oberhausen (Bertha-von-Suttner-Gymnasium) statt.

Bürger über soziale Netzwerke erreichen

29 Besucher kamen zum Osterfelder Bürgerforum– zumeist aber Amtsträger. Zehn Politiker, sechs Rathaus-Mitarbeiter und zwei des beauftragten Moderationsbüros gehörten dazu, wie Dezernentin Sabine Lauxen auf Nachfrage der CDU mitteilt. Um auf den Abend aufmerksam zu machen, seien 80 Institutionen angeschrieben worden, Bürger wenige Tage vor der Veranstaltung über die Presse und die städtischen Internetseite informiert worden.

Das reiche nicht, meint Osmann: „Es gibt zusätzliche Wege, etwa über soziale Netzwerke, um Bürger zu erreichen.“ Mit so einer geringen Teilnahmequote dürfe man nicht zufrieden sein. Steffi Optiz (Grüne) fordert, dass auch Politiker als Amtsträger unter Anwohnern für das Bürgerforum zu werben haben. Lokalpolitiker müssten über die Ratsfraktionen benachrichtigt worden sein. Auf eine separate und rechtzeitige Einladung besteht aber Hermann Wischermann (CDU). Stefan Zimkeit, Vorsitzender der SPD-Fraktion in Osterfeld, will die Debatte herunterkühlen: „Wenn die Menschen große Probleme bei diesem Thema gesehen hätten, dann wären auch mehr gekommen.“