In Oberhausen-Sterkrade wachsen wandernde Kräuterbeete

Am Seniorenzentrum Gute Hoffnung zeigen (v.l.) Sabine Lauxen, Stefan Welbers, Petra Godz Gebauer und Beate van de Leest den Pflanzerfolg.Foto:Kerstin Bögeholz
Am Seniorenzentrum Gute Hoffnung zeigen (v.l.) Sabine Lauxen, Stefan Welbers, Petra Godz Gebauer und Beate van de Leest den Pflanzerfolg.Foto:Kerstin Bögeholz
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Mitglieder im Demenz-Projekt „Leuchttürme“ bieten Standorte für 14 Pflanzkübel, in denen Essbares zum Pflücken angepflanzt wird. Die Kübel wandern bald nach Oberhausen-Schmachtendorf

Oberhausen.. Stefan Welbers, Leiter des Seniorenzentrums Gute Hoffnung Leben der Neuapostolischen Kirche in Sterkrade, ist begeistert von den Erfahrungen mit den „Wandernden Gärten“.

14 Pflanzkübel mit Kräutern und essbaren Pflanzen stehen seit einem Jahr vor seiner Einrichtung. Mit viel Einsatz haben Bewohner der Senioreneinrichtung und Kinder der benachbarten Kita die Kübel gepflegt. Bürger können sich hier und da Kräuter abzupfen und in der eigenen Küche verwenden.

Hinter den „Wandernden Gärten“ steckt die Idee des urbanen Gärtnerns. Ziel ist es, für Menschen ohne Garten Grünes in die Stadt zu bringen. In Sterkrade soll vor allem Essbares angebaut werden: Auf dem Pflanzplan stehen leckere Küchenkräuter, außerdem sollte es in diesem Jahr Erdbeeren und Paprika geben. „Wir mussten in diesem Jahr nachsäen“, sagt Welbers. „Die paar Hitzetage und dann der heftige Regen haben einiges kaputt gehen lassen. Das wird jetzt neu gesetzt.“

Im Herbst 2014 gab es die erste Ernte. Damals hatte die Senioreneinrichtung Bürger aufgerufen, mit den Kräutern aus den Pflanzkübeln zugunsten der Ehrenamtshilfe der Einrichtung zu kochen: „Es gab ein Brunnenkresse-Süppchen und Wolfsbarsch im Kräutermantel“, erinnert sich Welbers gern.

Vandalismusschäden gab es keine, freut sich Welbers: „Es war toll zu sehen, dass nicht ein einziges Mal Pflänzchen herausgerissen worden sind oder verwüstet.“

Kaum private Interessenten

Die „Wandernden Gärten“ in Oberhausen sind ein städtisches Projekt, das jedoch kaum Interessenten gefunden hat, wie Umweltdezernentin Sabine Lauxen bedauert: „Leider haben sich keine Privatleute, Siedlungsgemeinschaften oder Vereine gemeldet, die diese mobilen Gärten aufstellen wollen. Wir haben entschieden, dass sie erst mal zu den im Demenzprojekt ,Leuchttürme’ zusammengefassten Einrichtungen im Stadtgebiet wandern.“ Sie hofft, „dass durch mehr Präsenz der Pflanzkübel im Stadtgebiet der eine oder andere doch noch mitmachen möchte“.

Die nächste Station der 14 Pflanzkübel wird voraussichtlich der ambulante Pflegedienst „Pro Vie“ an der Schmachtendorfer Straße sein. „Für den Transport brauchen wir allerdings Hilfe, denn die Kübel sind sehr schwer“, wirbt Stefan Welbers. Er hofft auf Unterstützung durch die Stadt.

Die Tochtergesellschaft Oberhausener Gebäudemanagement (OGM) hat auch geholfen, als es galt, die Pflanzkübel für die Dauer der Fronleichnamskirmes aus dem Bereich der Sterkrader Einkaufsstraße in die etwas geschütztere Nähe der Seniorenwohnungen zu hieven.