Hundehalter in Oberhausen fürchten Parvo-Virus

Besonders Welpen, aber auch alte und geschwächte Hunde sind bedroht.
Besonders Welpen, aber auch alte und geschwächte Hunde sind bedroht.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Mindestens ein Hund aus Oberhausen hat sich mit hoch ansteckendem Parvo-Virus infiziert. Bester Schutz: Hinterlassenschaften der Hunde wegräumen.

Osterfeld/Sterkrade/Holten.. Hundebesitzer im Oberhausener Norden machen sich große Sorgen um ihre Vierbeiner. Grund ist eine Tierseuche, die bislang bei mindestens einem Hund festgestellt wurde. Auf der sozialen Plattform Facebook werden Hinweise geteilt; die Stadt Dinslaken hat eine offizielle Warnung vor dem sogenannten Parvo-Virus auf ihre Internetseite gestellt.

Betroffen ist demnach ein Tier aus Oberhausen, das sich wohl in der Nachbarstadt angesteckt hat. Die Besitzer waren offenbar kurz vor der Erkrankung des Tieres auf einer Hundewiese in Dinslaken unterwegs. Das rund 10 .000 Quadratmeter große Gelände sei sehr beliebt bei Hundebesitzern aus der Gegend, sagt Horst Dickhäuser, Sprecher der Stadt Dinslaken. „Die Besucher kommen unter anderem aus Duisburg, Wesel und Oberhausen.“ Deshalb warne Dinslaken im Internet – damit sich das Virus nicht ausbreitet.

Krankheit kann zum Tod führen

Symptome der Parvovirose sind Erbrechen, starker, blutiger Durchfall und Fieber. Manchmal lösen sich Teile der Darmschleimhaut und werden mit ausgeschieden. Das Virus schwächt den gesamten Organismus, so dass das Tier anfällig für weitere Infektionen ist. Im Anfangsstadium sind infizierte Hunde matt und lethargisch, Nahrung verweigern sie meist.

Tiere Wird das Virus früh genug erkannt, stehen die Heilungschancen gut. Es gibt jedoch auch Krankheitsverläufe, die für die Tiere tödlich enden. Besonders gefährdet sind Welpen sowie alte und geschwächte Tiere. Eine Impfung kann vorbeugend wirken – auch gegen mögliche Folgeinfektionen, die sich der Hund wegen des geschwächten Immunsystems einfangen kann.

Übertragung auch durch Speichel

Das Virus ist hoch ansteckend und eng verwandt mit der von Hundehaltern gefürchteten Katzenseuche. Es kann durch Speichel übertragen werden, aber auch, wenn Tiere an den Hinterlassenschaften ihrer Artgenossen schnuppern. Experten bitten eindringlich alle Hundebesitzer, die Haufen ihrer Tiere zu beseitigen. Auch Hunde, die gesund wirken, können das Virus in sich tragen: Die Inkubationszeit beträgt bis zu zehn Tage.

Ob sich bislang mehr als ein Tier mit dem Virus angesteckt hat, ist schwer zu sagen. Bei Facebook berichten Nutzer von vier weiteren Fällen in Holten, gesichert ist die Information nicht. Im Oberhausener Rathaus sind keine weiteren Fälle bekannt. Die Krankheit ist allerdings auch nicht meldepflichtig.