Das aktuelle Wetter Oberhausen 19°C
Unser Norden

Fußgängerzone bleibt wohl autofrei

14.09.2012 | 10:00 Uhr
Bleibt die Sterkrader Innenstadt eine reine Fußgängerzone? Kaufleute möchten sie in Teilbereichen zum Parken freigeben.Foto: Knut Vahlensieck

Oberhausen.   Stadtverwaltung sieht kaum Chancen für Öffnung der Sterkrader Innenstadt. Sonst drohten Forderungen in Millionenhöhe. Ministerium benennt Schlupfloch.

Nur wenig Hoffnung macht Planungsdezernent Peter Klunk Kaufleuten in der Sterkrader Innenstadt , dass ihrer Forderung nach einer baldigen Öffnung der Fußgängerzone für Kurzzeitparker nachgegeben werden wird.

Die Fußgängerzone war 1996 mit Fördermitteln des Landes NRW eingerichtet worden. Noch bis 2032, so rechnet Klunk vor, dürfe sie nicht ohne Weiteres verändert werden, sonst drohen der Stadt Rückzahlungsforderungen des Landes in Millionenhöhe. „Wir haben vor wenigen Jahren den Anlauf zu einer Veränderung der Fußgängerzone unternommen, das Land hatte dies abgelehnt“, sagt Klunk. Einen zweiten Versuch wolle er gerne unternehmen, wenn die Sterkrader Interessengemeinschaft Stig einen entsprechenden Antrag stellt. „Ich sehe aber wenig Hoffnung auf Erfolg.“

Streit um Anliegeranteil

Denn die Zuschüsse durch das Land NRW waren an die Bedingung gebunden, dass die Bahnhof- und Steinbrinkstraße auch Fußgängerzone bleiben, sie also auch nicht in Teilbereichen fürs Parken oder Fahren geöffnet werden soll. „Das Land fördert keine Parkplätze“, sagt Klunk.

Die Zweckbindung läuft zwar regulär 25 Jahre – doch wegen eines Streits zwischen Land und Kommune um die Kosten lag diese Frist lange Zeit auf Eis. So kam es, dass die Fördermittel für die Fußgängerzone erst vor etwa fünf Jahren abgerechnet wurden. Entsprechend hält die Zweckbindung noch weitere 20 Jahre an, obwohl sie regulär bereits im Jahr 2021 abgelaufen wäre.

Doch gegen eine Öffnung spricht nach Klunks Ansicht noch mehr: Erst vor wenigen Jahren hatte die Verwaltung auf Anregung der Kaufleute ein neues Planungskonzept für Sterkrade unter anderem mit Parkplätzen erstellt, Vertreter der Bezirksregierung, die dies bewilligen müsste, und des Bauministeriums kamen nach Sterkrade . „Man kam zu dem Ergebnis, dass Sterkrade eine gute städtebauliche Entwicklung genommen habe, es dem aber entgegenwirken würde, wenn wir die Fußgängerzone wieder in Teilen öffnen“, so Klunk.

Zudem: „Das komplette Sanierungsziel wäre damit in Frage gestellt und wir müssten sämtliche Gelder zurückzahlen.“ Mehrere Millionen Euro.

Eine Sprecherin des NRW-Bauministeriums weist auf ein Schlupfloch hin, einen Erlass aus dem Jahr 2007: Wenn die Kaufleute nachweisen können, dass es städtebaulich und wirtschaftlich nicht tragbar sei, wenn die Fußgängerzone bleibe, könne eine Ausnahme gemacht werden. Allerdings muss die Bezirksregierung zustimmen – die sich am heutigen Freitag dazu äußern will.

Stadtteilrundgang Sterkrade

 

Stephanie Weltmann


Kommentare
14.09.2012
14:34
Fußgängerzone bleibt wohl autofrei
von schnurri23 | #1

Ich meine, um Sterkrade herum gibt es ausreichend Parkplätze. Sterkrader Tor, Parkplatz bei Praktiker, Kaufland Parkhaus, Parkplatz-Tiefgarage bei Finke, Zilianplatz, Parkplatz Gartenstrasse. Alle sind Zentrumsnah. ( wenn es denn ein´s gibt ).
Das Problem ist das Erreichen des Ärztehauses für Gehbehinderte. Da müsste man sich was einfallen lassen.

Aus dem Ressort
Sparzwang teilt Kastell-Park in Oberhausen-Holten
Grünpflege
Weil die Stadt Oberhausen sparen muss, gibt sie auch weniger Geld für die Grünpflege aus. In Holten hat das absurde Auswirkungen, denn ein Teil der Park-Wiese am Kastell Holten wird zweimal im Jahr gemäht, ein Teil häufiger. Jetzt hat sich die OGM zu dem Thema geäußert.
WBO startet Test für Kleidersäcke in Oberhausen
Soziales
In Oberhausen wurde die Zahl der Altkleidercontainer der Stadt aufgestockt. Außerdem plant die WBO die Einführung von Kleidersäcken, die an Haushalte abgegeben werden und später gefüllt am Straßenrand abgeholt werden können.
Gärten für alle in Oberhausen
„Urban Gardening“
Jeder Oberhausener soll die Möglichkeit erhalten, Grün zu erleben, ganz gleich, ob er nun einen Garten hat oder nicht. Schließlich gibt es jetzt die wandernden Gärten, die zunächst auf dem Gelände von „Gute Hoffnung Leben“ in Sterkrade stehen.
Leserin aus Oberhausen setzt sich für ihre Kirche ein
Lesercafé
Heidrun Benninghoff aus Oberhausen will die Aufgabe der evangelischen Kirche am Buchenweg in Königshardt abwenden. Im Lesercafé der Oberhausener Lokalredaktion spricht sie von großem Unmut im Viertel: „Viele haben resigniert“
Bahn-Strecke in Oberhausen-Sterkrade nach Sanierung lauter
Lärmschutz
Elf Millionen Euro hat die Deutsche Bahn AG im Sommer 2013 in die Erneuerung der Gleise zwischen Oberhausen-Sterkrade und Dinslaken investiert. Nach einem Jahr melden sich nun Anwohner aus Sterkrade: Es sei seit der Erneuerung viel lauter geworden und die Erschütterungen hätten zugenommen.
Fotos und Videos
So feierten die Fans in Oberhausen
Bildgalerie
Jubel und Autokorso
Die Fronleichnamskirmes in Bildern
Bildgalerie
Kirmes-Fotos
Der Oberhausener Norden im Mai 2014
Bildgalerie
Luftbilder
Feuer im Revierpark Vonderort
Bildgalerie
Feuerwehreinsatz