Freie Lehrstelle in Oberhausen im Angebot

Arbeitsvermittlerin Fauke Belzer im Gespräch mit Schülerin Laura Kerkhoff, die demnächst eine Einstiegsqualifizierung in einer Arztpraxis macht.
Arbeitsvermittlerin Fauke Belzer im Gespräch mit Schülerin Laura Kerkhoff, die demnächst eine Einstiegsqualifizierung in einer Arztpraxis macht.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Vermittler von Arbeitsagentur/Jobcenter besuchen Gesamtschule Weierheide. Der besondere, wöchentliche Service: Sie bringen offene Stellen mit.

Oberhausen.. Gemäß der Redensart „Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg zum Propheten kommen“, bieten Arbeitsagentur und Jobservice seit Mitte April jeden Mittwoch von 9 bis 13 Uhr in der Gesamtschule Weierheide einen besonderen Service an: Zwei Mitarbeiterinnen des Arbeitgeber-Services nehmen sich Zeit, Schüler zu beraten, ihre beruflichen Perspektiven zu ermitteln, ihnen freie und passende Ausbildungsstellen vorzustellen, sie sogar bei Bedarf zum Vorstellungsgespräch in den Betrieb zu begleiten. Der Projekttitel: „Ausbildung to go“.

Neuen Wegen aufgeschlossen

Zwar sind aktuell rund 1000 jugendliche Schulabgänger noch ohne einen Ausbildungsplatz in Oberhausen, doch sind auf der anderen Seite noch über 500 Lehrstellen unbesetzt. Ist da so ein neuer, intensiver Service überhaupt notwendig? „Ja“ meinen Arbeitsagenturchef Jürgen Koch, Schulleiter Hermann Dietsch und der stellvertretende Leiter des Jobcenters, Georg Sondermann. Es gehe darum, die Schüler zu erreichen, die womöglich vom Elternhaus nicht genügend Unterstützung beim Übergang Schule/Beruf erfahren oder denen es an der einen oder anderen Stelle an der notwendigen Konsequenz oder auch an Selbstbewusstsein mangelt.

Man habe das Projekt in der Gesamtschule Weierheide gestartet, weil man sich besonders engagierte und für neue Wegen immer aufgeschlossen sei, betont Koch. Gestartet wurde es im zehnten Jahrgang, nach den Ferien sollen auch die Neuntklässler davon profitieren.

Mögliche Ausweitung des Projekts in Sicht

„In der neunten Klasse beschäftigen sich die Schüler mit dem Thema Ausbildung“, sagt Beratungslehrerin Bettina Ratajczak. Damit sie dies auch weiter hartnäckig verfolgen und nicht allein den Wechsel zu einem Berufskolleg anstreben, sei das Projekt „Ausbildung to go“ so wichtig. Auch an eine Ausweitung auf die Jahrgänge 12 und 13 ist gedacht. Ende des Jahres werden Arbeitsagentur und Jobcenter eine Bilanz ziehen und dann entscheiden.

Wie erfolgversprechend es ist, die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zum Übergang von Schule zu Beruf zu nutzen, hat Laura Kerkhoff erfahren. Nach dem Praktikum in einer Arztpraxis schließt sich für die Zehntklässlerin dort eine betriebliche Einstiegsqualifizierung (EQ) an. Die Vorteile: Einerseits lernt der Arbeitgeber sie und ihre Leistungsfähigkeit in der betrieblichen Praxis kennen, andererseits stehen die Chancen für eine Übernahme in Ausbildung gut: 60 Prozent aller EQ-Teilnehmer schafften in der Vergangenheit diesen Übergang.