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Familie in Oberhausen fühlt sich im Stich gelassen

07.01.2016 | 11:30 Uhr
Familie in Oberhausen fühlt sich im Stich gelassen
Michael Fenger ist sauer: Statt der erwarteten Ein- und Zweifamilienhäuser werden neben seinem neuen Eigenheim in Klosterhardt nun vier Wohnkomplexe errichtet.Foto: Alexandra Roth

Oberhausen.   Als Familie Fenger in Klosterhardt baute, sollten Eigenheime nebenan entstehen. Der Investor wechselte, die Stadt erlaubte vier Mehrfamilienhäuser.

Von den Behörden im Stich gelassen fühlen sich Michael Fenger und seine Familie. Seit 2012 wohnen sie im neuen Eigenheim im Hinterland der Harkortstraße, direkt neben dem Sportplatz vom RSV Klosterhardt. Es ist aber nicht der Sportplatz, der die Familie stört. Seine Existenz war ja bekannt, als sie das Baugrundstück erwarb. Sie hat dort gebaut, weil sie davon ausging, im Umfeld würden weitere Eigenheime entstehen. Tatsächlich ist dort aber zurzeit der Wohnpark Aphrodite mit vier Mehrfamilienhäusern im Bau . Die Wohnungen werden als Eigentumswohnungen verkauft.

65 Pkw-Fahrten pro Tag

Die großen Blöcke verbauen den Fengers nach Süden und Westen die Sicht. Nach Norden sorgt eine 5,20 Meter hohe Lärmschutzwand dafür. Die muss Bauherr Heinz-Jürgen Schmitz aus Wesel errichten, um die vier Blöcke vom Sportplatz-Lärm abzuschirmen. Zudem führt hinter Fengers Garten künftig nicht mehr die Zufahrt zu zehn Einfamilienhäusern, sondern die zu den insgesamt 34 Eigentumswohnungen. „Wir haben den Garten in Südlage und bekommen jetzt den ganzen Verkehr ab“, ärgert sich das Ehepaar. Laut Gutachten handelt es sich um mindestens 165 Pkw-Fahrten pro Tag.

Gekauft haben die Fengers ihr 600 Quadratmeter großes Grundstück Ende 2011 von Heinz Bongartz. Der legte ihnen zu ihrer Beruhigung einen positiven Bauvorbescheid der Stadt vom Februar 2011 vor. Danach durfte er das etwa 8000 Quadratmeter große Areal noch mit bis zu elf weiteren Einzel- und Doppelhäusern bebauen. Zwei Eigenheime waren bereits errichtet. Mit dieser Nachbarschaft, einem Ein- und Zweifamilienhausgebiet also, hätten die Fengers gut leben können.

Nicht mehr anfechtbar

„Für diese Bebauung wurde noch bis Ende 2014 geworben“, erzählt Michael Fenger. Am Tag vor Heilig Abend 2014 habe er dann von einem Nachbarn erfahren, dass das noch unbebaute Gelände an einen neuen Besitzer verkauft wurde, eben an den Investor Heinz-Jürgen Schmitz. Er ließ von Architekt Thomas Schulte den Wohnpark Aphrodite im Penthouse-Stil entwickeln. Beim ersten von vier Blöcken wurde im September 2015 Richtfest gefeiert (wir berichteten).

Versuche Fengers, die Oberhausener Baubehörde zu bewegen, die für ihn nachteilige Planung noch zu stoppen, schlugen fehl. Die Beamten beriefen sich darauf, nach Recht und Gesetz gehandelt zu haben. Deshalb scheuten die Fengers das finanzielle Risiko einer Klage gegen die ersten Baugenehmigungen, die im November 2014 erteilt wurden. Dadurch wurden diese Baugenehmigungen schließlich rechtskräftig. Sie können seitdem nicht mehr vor dem Verwaltungsgericht angefochten werden.

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2016-01-07 11:30
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