Fahrer aus Oberhausen erhält Bewährung nach Unfall am Jägerhof

Der Jägerhof schloss Ende 2012, weil immer weniger Gäste den Club an der Stadtgrenze von Oberhausen und Dinslaken besuchten.
Der Jägerhof schloss Ende 2012, weil immer weniger Gäste den Club an der Stadtgrenze von Oberhausen und Dinslaken besuchten.
Foto: WAZ FotoPool
2012 fuhr ein betrunkener Oberhausener zwei 19-Jährige vor der Traditionsdisko Jägerhof an. Ein Opfer starb, das andere ist heute behindert. Urteil: 13 Monate auf Bewährung.

Oberhausen.. 13 Monate Haft auf Bewährung sowie der Entzug des Führerscheins für ein halbes Jahr – das ist die Strafe für den Oberhausener, der vor drei Jahren betrunken am Traditionsclub „Jägerhof“ zwei 19-Jährige aus Dinslaken und Voerde umgefahren hatte. Einer der jungen Männer starb damals noch an der Unfallstelle, der andere wurde lebensgefährlich verletzt und ist heute behindert. Der traditionsreiche Jägerhof schloss Ende 2012.

Der Richter am Amtsgericht Dinslaken verurteilte den Oberhausener wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung, fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs sowie unerlaubten Entfernens vom Unfallort und folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Fahrer geriet auf den Gehweg

Der Richter sah es als erwiesen an, dass der damals 24-Jährige am 10. März 2012 um 0.55 Uhr mit einem Blutalkoholwert von 0,98 Promille und Tempo 70 auf der falschen Fahrspur von der Kurt-Schumacher-Straße in die Brinkstraße abgebogen war. Dabei war der Wagen laut Gericht abgedriftet und auf den Gehweg geraten, wo er die beiden Männer erfasst hatte. Der Fahrer soll noch 120 Meter weiter gefahren, den Wagen verlassen und ins Gewerbegebiet zur nahegelegenen Firma seiner Eltern gelaufen sein. Von dort rief er seine Mutter und um 1.11 Uhr die Polizei an.

Damit widersprach das Gericht der Aussage des gerichtlich vereidigten Gutachters. Dieser ging von einem anderen Unfallhergang aus: Der Fahrer sei nicht aus der Kurt-Schumacher-Straße gekommen, sondern geradewegs auf der Brinkstraße gefahren. Die Opfer hätten sich auf der Straße befunden, der Unfall sei, das urteilte der Gutachter, für den Fahrer „unvermeidbar“ gewesen.

Richter glaubt Zeugenaussagen

Mehr Gewicht als diesem Gutachten schenkte der Richter aber den Zeugenaussagen. Ein junger Mann hatte den Wagen des Angeklagten aus der Rechtsabbiegerspur kommen und über den Grünstreifen auf den Gehweg fahren gesehen und den Aufprall gehört. Auch die Aussage eines am Jägerhof wartenden Taxifahrers belegte das. Weitere Zeugen, die zum Unfallzeitpunkt vor dem Jägerhof gestanden hatten, beschrieben das Driftgeräusch.

Ein zweites Gutachten, das Nebenkläger in Auftrag gegeben hatte, stützt diesen Hergang.

Der Oberhausener hat laut Gericht den Tod des jungen Mannes verursacht und ist für die schweren Verletzungen des anderen verantwortlich. Der Voerder erlitt schwere innere Verletzungen und Brüche, sein Bein wurde zertrümmert, er wurde bislang 19 Mal operiert, geht an Krücken.

Bislang hat der Oberhausener keine Vorstrafen gehabt. Auch bedauere der Mann den Unfall glaubhaft, meint der Richter. „Er wird den Vorfall niemals vergessen.“