Erinnerungen an Michelstraße in Osterfeld

Was wir bereits wissen
Gemeindebrief-Redaktion der Auferstehungskirche sammelt Geschichten. Gemeinde hat einstiges Jugendhaus verkauft, Angebote nun an der Kapellenstraße.

Oberhausen.. Auch einige Wochen, nachdem die Evangelische Auferstehungskirchengemeinde Osterfeld ihre Dependance an der Michelstraße aufgegeben hat, werden die Mitarbeiter noch immer gefragt: Cevi, Jugendzentrum, Regenbogenland – wo sind die denn jetzt?

Die Jugendarbeit ist ins Pfarrhaus an der Kapellenstraße 22 umgezogen. In der jüngsten Ausgabe des Gemeindebriefes „auf ein Wort“ erinnern die Autoren an die Zeit an der Michelstraße: Die Krabbel-, die Kindergruppen und die Familienarbeit zog ins Obergeschoss des Gemeindezentrums an der Kapellenstraße 26. Das Haus an der Michelstraße ist verkauft.

Eine Menge Erinnerungen hängen für viele Menschen in Osterfeld am Haus Michelstraße 1 – dem Jugendzentrum, dem „Cevi“, dem Regenbogenland. Um diese nicht vollständig dem Vergessen anheim fallen zu lassen, sammeln die Mitglieder der Gemeindebrief-Redaktion nun Erinnerungen von Menschen, die dort gearbeitet oder ihre Freizeit verbracht haben.

Generationen waren hier heimisch

Das Haus an der Michelstraße war als Ledigenwohnheim in den 50-er Jahren gebaut worden. Nicht nur die Hausmeisterin und gute Seele – erst für die Bewohner des Ledigenwohnheims und danach für Generationen von Kindern und Jugendlichen – war eng mit der Geschichte des Hauses verbunden. Jede Menge ernste, lustige, schwierige, leichte, traurige und frohe Geschichten haben die Menschen in dem Haus erlebt. Junge Männer, Kinder und Jugendliche, Kirchenmusiker, die teilweise ihre Wohnung dort hatten, Jugendleiter, Putzkräfte, Pfarrer und unzählige ehrenamtliche Mitarbeitende und Zivis.

Früher war es vor allem ein Haus für Kinder und Jugendliche mit Disco, offener Tür und Teestube, mit Kicker, Tischtennis und Billard, mit Fußballturnieren und Übernachtungen. Auch der Konfirmandenunterricht wurde dort abgehalten – mit dem nicht immer geliebten Singen am Anfang. Später zogen auch Erwachsene mit ihren ganz kleinen Kindern ins Haus ein.

Abschiedsschmerz und Aufbruch

Manche, die als Jugendliche dort gekickert haben, kamen als Erwachsene mit ihren eigenen Kindern in die Krabbelgruppen zurück. Viele Veränderungen hat das Haus erlebt. Manche haben hier Freunde und Freundinnen gefunden, Rat und Hilfe oder einfach einen Platz zum Spielen und Chillen.

Mit einer Mischung aus Abschiedsschmerz und Aufbruch wurden die Kisten gepackt, im Gemeindezentrum und im Pfarrhaus Wände entfernt, neue gesetzt, gemalert, renoviert, gestaltet, … und die Kisten wieder ausgepackt.