Die Stadt zieht es nach Osterfeld

Das 1894 errichtete, denkmalgeschützte Osterfelder Rathaus ist heute auch Sitz einer Bezirksverwaltungsstelle.
Das 1894 errichtete, denkmalgeschützte Osterfelder Rathaus ist heute auch Sitz einer Bezirksverwaltungsstelle.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Oberhausen muss sparen, prüft Büros auf Verkaufschancen. Das gibt Raum für Umzugsideen, möglicherweise auch in den kleinsten Oberhausener Stadtbezirk.

Oberhausen.. Ein lange gehegter Wunsch vieler Osterfelder wird derzeit im Alt-Oberhausener Rathaus frisch angefüttert: Überlegt wird offenbar, einen Teil der städtischen Verwaltung in den kleinsten Oberhausener Stadtbezirk zu verlegen. Das fordern Osterfelder Politiker seit vielen Jahren. Sie erhoffen sich davon mehr Leben in dem zuletzt arg gebeutelten Osterfelder Zentrum.

Jürgen Schmidt, Dezernent und Immobilienbeauftragter der Stadt, macht diese Überlegung von einer anderen Maßnahme abhängig: Nur noch bis Ende 2016 läuft der Vertrag fürs von Stadt und Arbeitsagentur betriebene Jobcenter an der Waghalsstraße. Dann soll die Beratung von Langzeitarbeitslosen zentral im neuen Jobcenter an der Marktstraße stattfinden. „Wenn das Osterfelder Jobcenter aufgegeben ist, wollen wir schauen, wie der eine oder andere Verwaltungsteil nach Osterfeld kommen kann“, sagt Dezernent Schmidt.

Von Osterfeld aus arbeiten derzeit nur wenige städtische Mitarbeiter. Im Rathaus an der Bottroper Straße etwa sind nur rund vier Dutzend Mitarbeiter des Bereichs Jugend, des Flüchtlings- und Obdachlosenwesens sowie des Bürgerservices und Einwohnermeldewesens für die vielen Belange vor Ort Ansprechpartner. Im Sterkrader Technischen Rathaus und im Alt-Oberhausener Rathaus arbeiten jeweils mehrere Hundert städtische Angestellte.

Verkaufs-Kandidat: Concordia-Haus

Möglich sind die neuen Überlegungen nur, weil die klamme Stadt Oberhausen derzeit all ihre Immobilien und gemieteten Büroflächen genauer unter die Lupe nimmt. Gesucht werden Wege, Gelder zu sparen: Alte Immobilien könnten verkauft, Mieten gespart werden. Moderne Neubauten könnten so sogar finanziert werden. Gesetzt als erhaltenswerte Standorte seien nur die Rathäuser, sagt Dezernent Schmidt.

Das günstig gelegene, aber alte Concordia-Haus am Bero-Zentrum hingegen gilt als Verkaufs-Kandidat. Im Concordia-Haus arbeiten Angestellte aus dem Dezernat Jugend/Bildung, das über die ganze Stadt verteilt Büros hat.

In der Politik werden die Überlegungen begrüßt: „Im Technischen Rathaus in Sterkrade sitzen ganze Verwaltungsteile, das hat Leben in den Stadtteil gebracht“, sagt Bezirksbürgermeister Thomas Krey (SPD). Denis Osmann (CDU) ist skeptisch, ob es sich bei den Überlegungen im Rathaus nicht um Versprechen vor der Oberbürgermeisterwahl im September handelt. „Es bleibt abzuwarten, was davon umgesetzt wird.“ Mehr Verwaltung nach Osterfeld zu holen, sei allemal sinnvoll.