Bürger kritisieren Supermarkt-Plan in Oberhausen-Osterfeld

Bei einer Bürgerversammlung informierte die Stadt über den Bebauungsplan, der für den neuen Netto-Markt aufgestellt wird.Foto:Fabian Strauch
Bei einer Bürgerversammlung informierte die Stadt über den Bebauungsplan, der für den neuen Netto-Markt aufgestellt wird.Foto:Fabian Strauch
Was wir bereits wissen
In Oberhausen-Osterfeld soll ein Discounter von einer Straßenseite auf die andere ziehen. Gebaut würde auf einer privaten Grünfläche. Bürger sammeln 300 Unterschriften dagegen.

Oberhausen.. In Osterfeld-Heide soll ein moderner und größerer Lebensmittelmarkt entstehen. Der Discounter Netto will seine alte, dunkle Filiale an der Vestischen Straße aufgeben und in einen Neubau schräg gegenüber ziehen. Weil dafür aber zunächst eine über 4000 Quadratmeter große Grünfläche direkt an der von Einfamilienhäusern geprägten Siedlung Freitagsfeld gerodet und bebaut wird, kämpfen Anwohner vehement gegen diesen Plan: Mehr als 300 Unterschriften hat eine Bürgerinitiative nach eigenen Angaben bisher gesammelt. Anwohner befürchten einen herben Verlust ihrer Wohnqualität. Den Neubau wollen sie verhindern.

Errichtet werden soll der eingeschossige Netto auf einem privaten Grundstück hinter der Hirsch-Apotheke an der Vestischen Straße 96. Die große Fläche im Besitz der Apotheker-Familie wird bisher als Garten genutzt. Dort will die Familie nun einen bis zu 6,50 Meter hoher Markt mit 1020 Quadratmetern Nutzfläche, Backshop, Leergutannahme und 86 Parkplätzen bauen. Die Stellplätze sind nicht nur für Netto-Kunden gedacht: Hinter dem Wohnhaus an der Vestischen Straße 92 wird ein neues Ärztehaus entstehen. Das Apotheken-Team will von den alten Räumen in den Neubau umziehen.

5,50 Meter hohe Lärmschutzwände

Das Grundstück für den neuen Discounter stößt vor allem im Süden an Wohnhäuser und Gärten. Lärmschutzwände mit einer Höhe von bis zu 5,50 Metern sollen Anwohner vor Krach bewahren.

Die Initative für den Netto-Umzug kam vor rund zwei Jahren von der Stadt. „Wir wollten das Nahversorgungszentrum in Heide stärken“, sagt Stadtplanerin Andrea Baudek. Man habe mit verschiedenen Eigentümern gesprochen, die Inhaberfamilie der Hirsch-Apotheke war interessiert.

Im Herbst 2016 soll der Netto-Bau fertig sein, sechs Monate später die Apotheke. Zuvor müssen Bürger beteiligt werden; eine erste Versammlung fand jüngst statt.

Anwohner haben Angst vor Lärmbelästigung

Spontan gründete sich dort die Initiative „Schönes Osterfeld-Heide“: Betroffene Anwohner halten den Netto-Umzug für unnötig, wie Silvia Prochnau sagt. „Ab August wird eine neue Kaufpark-Filiale in der Nachbarschaft gebaut. Zwei große Lebensmittelmärkte brauchen wir nicht.“ Der alte Netto reiche aus. Den Grün-Verlust kritisiert sie scharf, auch den zu erwartenden Krach: „Der Lärmpegel wird steigen.“ Über die Versammlung seien Anwohner nicht frühzeitig informiert worden.

Bauingenieur Gunter Teschner von der Firma Teschner Plan vertritt die Bauherrin. Er zeigt sich verständnisvoll, sagt aber auch: „Ein neuer Lebensmittelmarkt und ein neues Ärztehaus sorgen für eine Aufwertung des Wohnviertels.“ Das Dach von Netto werde mit Sträuchern begrünt, weitere bepflanzbare Grundstücke würden in der Stadt gesucht.