Briefmarkenfreunde in Oberhausen suchen Nachwuchs

Wilhelm Aps und Karsten Höhne im Tauschgespräch: Wie hier im September 2014 treffen sich Briefmarkenfreunde regelmäßig im Revierpark Vonderort.
Wilhelm Aps und Karsten Höhne im Tauschgespräch: Wie hier im September 2014 treffen sich Briefmarkenfreunde regelmäßig im Revierpark Vonderort.
Foto: Ulla Emig/WAZ FotoPool
Oberhausener und Bottroper Bergleute gründeten den Verein 1960. Das 55-Jährige wird nun beim 275. Großtauschtag im Revierpark Vonderort gefeiert.

Oberhausen.. Man schrieb das Jahr 1960, als sich eine Gruppe von 30 Bergleuten in Bottrop und Oberhausen entschloss, sich ganz ihrer Sammelleidenschaft für Briefmarken und Münzen hinzugeben. Die Bergmänner der Zeche Franz Haniel beschlossen, einen Verein zu gründen, die „Briefmarken- und Münzfreunde Bottrop-Fuhlenbrock 1960 – Oberhausen Vonderort“. Ihr 55-jähriges Bestehen feiern sie am Samstag mit einem Großtauschtag im Revierpark Vonderort.

In der Chronik des Vereins ist nachzulesen, dass der Plan zur Gründung im Winter 1959/1960 nach Ende einer Schicht unter Tage in der Waschkaue des Bergwerkes geschmiedet worden ist. Die 30 Gründungsmitglieder wohnten in Bottrop-Fuhlenbrock sowie den Oberhausener Stadtteilen Klosterhardt und Schmachtendorf.

Heute zählt der Verein kaum mehr Mitglieder als damals. „Die derzeitige Mitgliederzahl ist mit 32 Personen steigerungsfähig“, heißt es. „Uns fehlt der Nachwuchs“, klagt Friedhelm Kammilla, Geschäftsführer der Briefmarken- und Münzfreunde, und beschreibt damit ein Problem, das viele Vereine kennen und unter dem auch andere Briefmarkenclubs leiden. „Unser jüngstes Mitglied ist 43 Jahre alt. Die meisten sind um die 65 so wie ich.“ Junge Leute sammeln heute andere Dinge, wenn sie denn überhaupt noch sammeln.

Mitgliederzahlen sollen gleich bleiben

Das merkt man allerdings den Großtauschtagen, die der Verein regelmäßig im Revierpark Vonderort veranstaltet, nicht an. „Da kommen jedes Mal um die 400 Leute“, berichtet der Geschäftsführer stolz von Besuchern aus der ganzen Republik. Überhaupt liegt das Hauptaugenmerk des Vereins auf diesen Großtauschtagen, bei denen die Besucher keine „Nullachtfuffzehn Sachen“ suchen und finden, sondern nur die seltenen Besonderheiten.

„Wer Briefmarken oder Münzen sammelt, kommt um eines nicht herum: das Tauschen mit anderen Sammlern“, betont Friedhelm Kamilla. So sind auch in diesem Jahr wieder insgesamt acht Großtauschtage geplant, die jeweils samstags in der Zeit von 9 bis 15 Uhr im großen und kleinen Saal des Freizeithauses des Revierparkes Vonderort stattfinden. Daneben gibt es regelmäßige Tauschtreffen an jedem zweiten und vierten Freitag im Monat jeweils von 17.30 bis 19.30 Uhr ebenfalls im Revierpark. Daran können alle Sammler kostenlos teilnehmen.

Für die Zukunft wünscht sich die Vereinsführung, dass die Mitgliederzahlen zumindest gleichbleiben. Friedhelm Kammilla: „Auch in einer profitorientierten Gesellschaft ist das Sammeln von Briefmarken nicht ohne Reiz und mit kleinem Geldbeutel möglich.“