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2013 starten Arbeiten an Schacht IV

30.10.2012 | 11:00 Uhr
2013 starten Arbeiten an Schacht IV
Zugewuchert und verfallen sind Gelände und Schachtturm gegenüber der Antony-Hütte, Ab 2013 soll hier eine neue Siedlung entstehen.Foto: Foto:Wallhorn

Oberhausen.   Neuer Investor will innerhalb von zwölf bis 18 Monaten die neue Siedlung bauen. 35 Reihenhäuser, 10.000 Quadratmeter Altenpflege – mittendrin bleibt der Turm.

Einen ambitionierten Zeitplan haben sich Investor und Stadt gesteckt, um nach jahrelangem Leerstand und Verfall das Gelände rund um den denkmalgeschützten Schachtturm IV der ehemaligen Zeche Osterfeld zu einer neuen Siedlung zu entwickeln: Spätestens im Herbst 2013 sollen die Bauarbeiten beginnen, um innerhalb von nur zwölf bis 18 Monaten auf dem rund 35.000 Quadratmeter großen Grundstück eine komplette Siedlung entstehen zu lassen, die sich in das Ensemble der St.-Antony-Hütte einfügen soll.

30 Millionen Euro sollen investiert werden, bereit hält sie mit der KLG Projektentwicklungs-GmbH ein neuer Investor und Eigentümer des Schacht-Geländes. Damit scheidet der bisherige Privatinvestor Arnd van Drünen aus dem Projekt aus.

Nach Entwürfen aus dem Büro des Architekten Wilhelm Hausmann, der sich seit sieben Jahren für das Schachtgelände einsetzt, sollen rund 35 Einfamilienhäuser von je bis zu 125 Quadratmetern Fläche am Schacht IV entstehen. Dazu ist ein Altenpflegezentrum samt betreutem Wohnangebot auf bis zu 10.000 Quadratmetern geplant. Das ist erheblich größer als noch vor einem Jahr angegeben. Neu ebenfalls: Kleinere Gewerbe sollen sich ansiedeln mit Angeboten rund ums Thema Gesundheit.

„Das wird eine Punktlandung“

Ein Millionenprojekt, das seinesgleichen suchen wird. „Das wird eine Punktlandung“, ist Planungsdezernent Peter Klunk sicher.

Es sei stets ein fraktionsübergreifendes Anliegen gewesen, so Klunk, den seit den 90er Jahren ungenutzten Schachtturm zu erhalten. Durch die Nutzung der umliegenden Flächen solle er aufgewertet werden. Nun sei es gelungen, einen Investor zu finden, der mit der „notwendigen Sensibilität“ dieses Projekt anginge. „Stadt und Investor arbeiten Hand in Hand“, ergänzt Wilhelm Hausmann.

Die Projektentwickler der Dortmunder KLG sind mit gewerblich genutzten Neubauten bekannt geworden. Eine Herausforderung sei es, nun erstmals mit einem denkmalgeschützten Gebäude zu arbeiten, sagt Geschäftsführer Ralf Knickmeier. „Das Gelände ist sehr schön, die Gebäude müssen es nun auch wieder werden.“

Bis Ende dieses Jahren sollen rund 80 Prozent des Geländes aus der Bergbauaufsicht entlassen worden sein, im Januar müssen sich Anwohner auf erste Arbeiten am alten Schacht einrichten: Bäume und Büsche, die in den vergangenen 20 Jahren auf dem Schacht-Geländes gewachsen sind, weichen. Naherholungsfläche soll rund ums Gelände geschaffen werden: Es sind Fußwege geplant, die der RVR wohl anlegen wird.

Stephanie Weltmann



Kommentare
04.11.2012
09:51
erneut ein gedankenloser Abriss
von Tante_Hilde | #5

Wie aus der Denkmalliste der Stadt Oberhausen hervorgeht, ist nicht nur der Turm sondern auch die Waschkaue erhaltenswert. Und man muss sich schon fragen, was macht es für einen Sinn, lediglich den Turm zu erhalten und den Rest abzureißen, der Turm allein in einer neuen Siedlung erzählt nichts mehr von der Geschichte des Geländes. Dass die Untere Denkmalbehörde in Oberhausen ein zahnloser Tiger ist - übrigens im Dezernat des Herrn Klunk angesiedelt - hat sie ja schon mehrfach bewiesen.
Aber so lange der politische Wille fehlt, letzte Reste der industriellen Geschichte Oberhausens zu erhalten, müssen die Oberhausener eben damit leben, dass man ihnen als Ersatz dafür gesichtslose Reihenhaussiedlungen baut und diese (zum Hohn?) als Punktlandung verkauft.

Schacht IV bildet mit St. Antony und der Siedlung Stemmersberg auf engstem Raum den Dreiklang zwischen Kohle, Stahl und Wohnen, eine Umnutzung ist möglich, man muss nur den politischen Willen haben, liebe Stadtspitze.

31.10.2012
14:32
2013 starten Arbeiten an Schacht IV
von Oase | #4

Zu #3
Na klar, es gibt nur schwarz und weiß, und wenn jemand was von Farben erzählt, dann wird es aber soetwas von kompliziert ... ... ...

31.10.2012
09:42
2013 starten Arbeiten an Schacht IV
von sebfle | #3

Dann soll also alles so bleiben wie es ist??? Schön zugewuchert und verfallen?!?
Seit doch lieber mal froh, dass in OB überhaupt was passiert und jemand Geld in die Hand nimmt. Halb Osterfeld und Sterkrade gehört abgerissen und neu gebaut! Sonst wird OB sein Image als "schönste" Stadt im Revier niemals los!

30.10.2012
20:11
2013 starten Arbeiten an Schacht IV
von Oase | #2

„Ein Millionenprojekt, das seinesgleichen suchen wird. „Das wird eine Punktlandung“, ist Planungsdezernent Peter Klunk sicher.“ Das ist ja hochinteressant! Aber man fragt sich doch im spätestens zweiten Schritt: Was sollen diese inhaltsleeren Ausführungen des Planungsdezernenten und vor allem, wer sieht ihm auf die Finger?
Es dürfte nicht die erste Investition im Wohnungsbau in dieser Größenordnung sein. Also was soll der Satz von der angedeuteten Einmaligkeit? Warum ist eine Punktlandung erforderlich, und wo ist der Punkt? Also leeres Geschwafel.
Wohnungsbauinvestoren suchen gern einen ‚Aufhänger’ für ihr Projekt. Da kommt so ein Turm natürlich prächtig gut an. Fragt sich, was hat das Denkmal, die Stadt und ihre Bürger davon? Und darf an dem Projekt außer dem Investor noch irgendjemand etwas mitreden?

30.10.2012
11:20
2013 starten Arbeiten an Schacht IV
von Gaso2901 | #1

Reihenhäuser? - oder besser gesagt: wieder mehr Hühnerkäfige für Menschen - von diesen schäbigen Legebatterien haben wir ja nicht genug, mal von dem Wohnungsleerstand ganz abgesehen. Wer braucht noch mehr von so was?

Altenpflegezentrum? - wieder eine Kostenbombe für die Stadt Oberhausen, hier: SOZIALHILFE. Sozialhilfe als Einnahmegarantie und Erfolg für private INVESTOREN (sehr gewinnorientiert), deswegen explodiert förmlich die Zahl der Altenpflegezentren in den Städten und die können sich nicht dagegen wehren (Gesetz).
Wir haben jetzt schon extreme Personalprobleme in den bestehenden Heimen, wo sollen die für dieses Zentrum jetzt herkommen und das Personal ist dort schon mehr als ziemlich am Limit oder drüber hinaus, zumal die auch noch zuwenig verdienen und extrem viel leisten müssen. Das geht wieder auf Kosten des Personals und somit auch auf die der Bewohner. Und je gewinnorientierter die Investoren sind um so schlimmer wird es fürs Personal und die Bewohner.

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