Noch ohne OB-Kandidat

Aus eins mach zwei: Nachdem sich einige Mitglieder der Wählergemeinschaft Bündnis Oberhausener Bürger (BOB) zerstritten und daraufhin getrennt haben, ist eine neue Wählergemeinschaft entstanden: Die Bürgerliste Oberhausen, angeführt von Albert Karschti und Andrea-Cora Walther. Die hat sich Ende März offiziell gegründet. Aktuell besteht sie aus zehn Mitgliedern, alles ehemalige BOB-Mitglieder. Deren Abgang könne BOB indes verkraften, meint BOB-Chef Karl Heinz Mellis auf NRZ-Anfrage. Sein Bürgerbündnis habe „fast dieselbe Anzahl an Neuaufnahmen“ – zwischen sechs und acht Personen – erzielen können. Ob BOB einen eigenen Oberbürgermeisterkandidaten für die Wahl im September aufstellen wird, bleibt abzuwarten. Bis Anfang Mai habe BOB Termine mit allen drei bisher benannten Kandidaten von SPD, CDU und Linke Liste. Anschließend werde BOB entscheiden, sagte Mellis.

Auch die noch frisch gegründete Bürgerliste ist noch unschlüssig, ob und falls ja, wen, sie als eigenen Kandidaten ins Rennen schicken. Mit Norbert Müller sei ein interessanter OB-Kandidat von den Linken ins Rennen geschickt worden. „Wir finden Norbert Müller sympathisch“, sagte Andrea-Cora Walther gestern zur NRZ. Mit Apostolos Tsalastras (SPD) und Daniel Schranz (CDU) als OB-Kandidaten gebe es für die Bürgerliste keine politischen Schnittmengen. Doch durch die Kandidatur von Müller „müssen wir neu darüber nachdenken“, sagte Walther.

Die Schwerpunkte setzt die Bürgerliste Oberhausen unter Karschti und Walther nun unter anderem auf den Ausbau von Bürgerbeteiligung, Forderung nach Transparenz politischer Entscheidungen und aktuell vor allem die Flüchtlingspolitik. „Die Realisierung einer bürgernahen Demokratie wird ausdrücklich angestrebt“, heißt es.