Das aktuelle Wetter Oberhausen 16°C
Finanzen

Noch höhere Steuern?

03.01.2013 | 10:00 Uhr
Noch höhere Steuern?
Innenminister Ralf Jäger.Foto: Peggy Mendel

Oberhausen.   Innenministerium schlägt weitere Zuschläge auf die Grundsteuer für alle Bürger vor. Damit könnten die gekürzten Landeshilfen ausgeglichen werden.

Spricht man mit Politikern der Stadt, scheinen die Hoffnungen nicht groß zu sein, dass das Land die angekündigten Kürzungen der Finanzhilfen für Oberhausen aus dem „Stärkungspakt Stadtfinanzen“ in Höhe von 13 Millionen Euro zurücknimmt. Schließlich stehe das Land selbst unter enormen Spardruck, heißt es.

SPD- Landtags- abgeordneter und -Ratsfraktionschef Wolfgang Große Brömer hat bereits angekündigt, dem möglichen Kürzungsgesetz zum Stabilitätspakt im Frühjahr im Landtag nicht zuzustimmen. Große Chancen auf durchgreifende Änderungen macht er sich wohl nicht: In der SPD-Landtagsfraktion gebe es auch viele Abgeordnete aus dem ländlichen Raum, die die Finanzhilfen an Revierstädte ohnehin mit Argwohn betrachteten, sagt er. Zu bedenken sei zudem, dass von der Neuberechnung der Verteilung von 350 Millionen Euro pro Jahr des Stärkungspakt-Fonds viele notleidende NRW-Kommunen auch profitierten. Um den politischen Druck für eine Kurskorrektur auf NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) zu erhöhen, droht Oberhausen mit einer Klage gegen die eigene rot-grüne Landesregierung – und das im Bundestagswahljahr. Das kann auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) nicht gefallen.

60 Euro Grundsteuer mehr im Jahr?

Um die hohe Finanzlücke von 13 Millionen Euro im Jahr bei dem schon beschlossenen Sparpaket von 40 Millionen Euro jährlich abzudichten, hat das Innenministerium der Stadt inoffiziell empfohlen, den Grundsteuersatz B von derzeit 590 Punkten einfach weiter anzuheben. Seit Selm, Haltern und Dorsten diese Steuer, die jeden Hauseigentümer und jeden Mieter trifft, auf den Rekordwert von 825 Punkten angehoben haben, scheinen alle Dämme gebrochen. Um 13 Millionen Euro zu erwirtschaften, müsste Oberhausen rein rechnerisch seinen Grundsteuer-Hebesatz um weitere 180 Punkte anheben (Mehreinnahme 12 Millionen Euro) – auf dann 770 Punkte. Damit müsste jeder Bürger nochmals 60 Euro an Steuern im Jahr mehr an die Stadt zahlen.

Stärkungspakt

Neben Oberhausen büßen Wuppertal und Hagen hohe, bereits zugesagte Summen des Stärkungspakts durch die Neuberechnung ein.

Ein erstes Gespräch der Oberbürgermeister der drei Städte mit Minister Ralf Jäger blieb erfolglos. Die Stadt Oberhausen sollte ursprünglich aus dem Stärkungspakt vom Land 66,5 Millionen Euro jährlich bis 2016 erhalten, ab 2017 soll dieser Betrag bis 2021 auf 0 abschmelzen. Nach der Neuberechnung sollen es nur noch 52,7 Millionen Euro sein.

Über den gesamten Förderungszeitraum bis 2021 büßt die Stadt Oberhausen damit nach Rechnung von Kämmerer Apostolos Tsalastras 85 Millionen Euro ein.

Dabei war die Grundsteuer bereits Anfang 2012 um 60 Punkte angehoben worden und soll, wie beschlossen, 2015 um weitere 50 Punkte auf 640 Punkte steigen (Mehreinnahme bereits einkalkuliert von insgesamt 7,7 Millionen Euro, 36 Euro je Bürger).

Erstes Gespräch blieb erfolglos

Das will in der Stadt derzeit niemand, deswegen hofft die Stadtspitze darauf, dass das Gesprächsangebot von Jäger positive Folgen zeigt – und Oberhausen Abmilderungshilfen vom Land erhält. Auch eine Streckung des Ziels, keine neuen Schulden mehr aufzunehmen, vom Jahr 2021 auf 2025 sei denkbar. Doch das halten etliche für viel zu wenig, wenn man die Akzeptanz des Sparpakets bei Bürgern nicht verlieren will.

Peter Szymaniak


Kommentare
18.04.2013
14:49
Noch höhere Steuern?
von Maria62 | #6

aber dafür versucht herr spiecker sich immer wieder als rechtsanwalt.
was ist nur aus dieser stadt geworden, schämen solltet ihr euch.
haben wir nicht schon genug arme? hätten wir weniger bekämen wir mehr geld, welch ein schwachsinn.
erhöht doch ruhig die grundsteuer denn die wird dem mieter voll durchgereicht. der mieter bekommt harz iv und schwupp die wupps bezahlt schon wieder die stadt mit den höheren steuereinnahmen.

also ich würde den vorschlag gerne weitergeben den ich heute gelesen habe.
die stadt schafft 5 autos an und wenn jemand eine dienstfahrt machen muss kann er sich eins nehmen.
ansonsten fahrt ihr schön mit eurem eigenen auto ins amt so wie jeder kleine bürger.

Ihr arbeite freitags nicht nur bis 12.30 im rathaus und habt noch kein wochenende.
ihr bezahlt euren geschäftsführern eurer töchter nur das gehalt was ihnen als beamte zusteht und keine manaagergehälter.
ich hätte noch weitere vorschläge die keinem wirklich wehtun würden.

04.01.2013
11:33
Noch höhere Steuern?
von FrankNeu | #5

Wieso nicht?!?!? Die Arbeitnehmer besitzen ja noch einige Prozente ihres hart verdientes Geldes. Da kann die Politik noch aus dem Vollen schöpfen bis man einen weiteren Teil der Gesellschaft auf Harz IV Niveau und tiefer runtergestuft hat.
Den SOLI weiter nach Ostdeutschland transferieren und hier die Menschen ausbluten lassen. Wasserkosten , Strompreise incl. Steuern und Abgaben, Abwassergebühren, Müllgebühren, Grundsteuer, Heizkosten, Nahrungsmittelpreise, Benzinpreise uvm. steigen konstant überproportional zur jährlichen Lohnerhöhung. Damit sinken die Reallöhne von Jahr zu Jahr. Da stellt man sich doch die Frage, wieso man überhaupt noch arbeiten gehen sollte?! Die einen nennen dies "Jammern auf hohem Niveau", ich nenne dies eine unverhältnismässige Schere zwischen Arm und Reich, welche sich immer weiter öffnet und dies durch die Politik begünstigt wird. Es existiert überhaupt keine Verhältnismässigkeit mehr in unserer Politik, Wirtschaft und mittlerweile auch in der Gesellschaft.

04.01.2013
01:21
Noch höhere Steuern?
von OBnrw | #4

Noch mehr Grundsteuer? Für DIESE Stadt? Da kann ich mir doch eher was in Düsseldorf kaufen und sparen. Nur wer kauft mir die Bude in dieser Stadt jetzt noch ab???

04.01.2013
00:09
Noch höhere Steuern?
von ruhrpottbastard | #3

Herr Innenminister - gehen Sie mit gutem Beispiel vorran - ziehen Sie nach Oberhausen !! Unterstüzen Sie uns durch Ihre Grundsteuer.
Sag mal geht´s noch ???? Immer die selbe Masche....einfach Steuern / Gebühren rauf, dann kann´s weiter gehen. Was glauben "die da oben" denn, wie lange das noch gut geht ?

03.01.2013
21:02
Noch höhere Steuern?
von KeineSauRuftMichAn | #2

"Gift in den Händen eines Weisen ist ein Heilmittel, ein Heilmittel in den Händen eines Toren ist Gift."

Man sollte Herrn Groschek dazu bewegen, Frau Kraft zu ermuntern, hier für Klarheit zu sorgen in welche Kategorie dieser Vogel von Innenminister gehört, bevor es die
Wählerin / der Wähler macht !!!!!!!

03.01.2013
12:26
Noch höhere Steuern?
von Presley | #1

Soso, die Stadt "droht" dem Land mit einer Klage...
Wenn in der Stadtverwaltung dieselben Dilettanten damit befasst werden, die nicht in der Lage waren, die Bettensteuer rechtskräftig zu erheben, die Bebauungspläne aufstellen, die einer gerichtlichen Prüfung nicht standhalten, die uns Bürger bei der Erhebung der Müllabfallgebühren betrogen haben - dann braucht das Land NRW wahrlich keine Angst zu haben.
Unser sog. "Rechtamt" ist ja noch nicht einmal in der Lage, einen popeligen Bußgeldbescheid zu erlassen, der vor Gericht Bestand hat - habe ich selber (zum Glück) so erlebt...

Aus dem Ressort
Beifahrerin bei schwerem Unfall in Oberhausen eingeklemmt
Blaulicht
Bei einem Verkehrsunfall in Oberhausen-Königshardt wurden zwei Menschen verletzt. An der vielbefahrenen Kreuzung Fernewald- und Kirchhellener Straße übersah eine Autofahrerin ein entgegenkommendes Fahrzeug. Eine Frau wurde bei dem Zusammenstoß eingeklemmt, sie musste aus dem Autowrack befreit...
Tod vor dem Delta-Musikpark beschäftigt Gericht
Gericht
Wegen fahrlässiger Tötung stehen seit Mittwoch drei junge Männer vor dem Amtsgericht. In der Nacht zum 21. April 2013 sollen sie den Tod eines 26-jährigen Duisburgers verschuldet haben, der als mutmaßlicher Autoknacker auf dem Parkplatz vor der Großdiskothek "Delta" geschnappt worden war.
Für junge Tänzer gelten in Discos strenge Regeln
Jugendschutz
Disco-Partys speziell für Jüngere sollen Feierfreunde von den Wohnzimmer-Feten weglocken. Mit farbigen Arm-Bändchen und Verzehr-Karten wird geregelt, welche Getränke fließen dürfen. Die Stadt kontrolliert, damit es keine Verstöße gegen den Jugendschutz gibt.
Künftig fast 10 000 Oberhausener Pflegefälle
Pflege
Die Zahl der Pflegebedürftigen wird in Oberhausen steigen, doch eine Internetseite hilft Angehörigen, sich über Kosten und Hilfen zu informieren.
Neues Gutachten zu Kreditdebakel der Sparkasse Oberhausen
Wirtschaftskriminalität
Bereits seit 2011 arbeiten sich Staatsanwälte aus Duisburg und Düsseldorf durch den Fall „Sport Concept“, der in Oberhausen hohe Wellen geschlagen hat. Auf den 150 Seiten eines neuen Wirtschaftsgutachtens geht es um die Frage, ob ein Ex-Vorstand der Sparkasse pflichtwidrig gehandelt oder gar Gelder...
Fotos und Videos
RWO - Saisonstart
Bildgalerie
Regionalliga
Die Blinden
Bildgalerie
Straßentheater