Noch ein Problemhaus für die Stadt

Die Stadtspitze plant, eine weitere langjährige Problemimmobilie zu kaufen, um sie zu sanieren.

Geprüft wird derzeit, das seit 15 Jahren leerstehende Schuhhaus „Erwig“ im Osterfelder Stadtteilzentrum zu erwerben. Angestrebt ist offenbar, es mit dem in Osterfeld sehr regen Sozialverband Caritas zu entwickeln. Umsetzbar wäre dies mit Fördergeldern aus dem Programm „Soziale Stadt“. Ab dem kommenden Jahr könnten so bis zu zehn Millionen Euro nach Osterfeld fließen.

OGM kaufte 2013 Schrottimmobilien

„Wir haben ein großes Interesse daran, den Zustand dieses Gebäudes in Ordnung zu bringen“, sagte Apostolos Tsalastras, Erster Beigeordneter und Kämmerer, bei einem Rundgang mit Stadtteilakteuren. „Wir werden mit dem Eigentümer des Schuhhauses das Gespräch aufnehmen.“ Ob ein möglicher Kauf des Hauses durch die Stadt oder die Stadttochter Oberhausener Gebäudemanagement (OGM) geschehen kann, sei noch unklar.

Seit 2013 hat die OGM mehrere Schrottimmobilien erworben, darunter die Markthalle in der Innenstadt, die Platz für ein Jobcenter machen soll, und das frühere Kaiser-und-Ganz-Kaufhaus in Sterkrade, dass ein privater Investor derzeit abreißt. Die CDU hatte die Käufe wegen hoher Risiken und mit Blick auf anstehende Wahlen („plumpe Wahlkampfaktion“) kritisiert. Im September 2015 wird der neue Oberbürgermeister gewählt. Tsalastras ist der SPD-Kandidat.

Über die Entwicklung des Schuhhauses sollen erste Gespräche zwischen Stadt und Caritas laufen, wie Paul Grünewald vom Sozialverband vorsichtig bestätigt: „Da ist aber noch einiges in der Schwebe.“ Er benennt den Vorteil eines Schuhhauses als Standort direkt gegenüber dem beliebten Osterfelder Bistro Jederman: „Unsere Dienste sind dezentral im Stadtteil verstreut, diese Immobilie ist zentral gelegen.“ Wohnräume im oberen Geschoss etwa seien für ältere Menschen mit einer Einschränkung zu nutzen, die von der Caritas zu Hause betreut werden.

Der Eigentümer des Schuhhauses hält sich mit Zusagen an die Stadt bedeckt. Rainer Wegmann hatte die Immobilie 2013 gekauft. Nachdem lange Zeit wegen des vermeintlich nicht einzuschätzenden hohen Investitionsbedarfs nichts in der Immobilie geschehen war, hat Wegemann nach eigener Auskunft nun eine Wohnung und ein kleines Ladenlokal saniert. Bis zu 70 000 Euro habe er bisher investiert. Aktuell Interesse an einem Verkauf habe er nicht, „vielleicht perspektivisch“, ziert er sich. Es gebe einen zweiten Interessenten.

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