„Niklas“ fegte über Oberhausen

Foto: Feuerwehr Oberhausen

Mit Windböen von teils weit über 100 Stundenkilometern fegte der Sturm Niklas, zwischenzeitlich vom Deutschen Wetterdienst sogar zum Orkan hochgestuft, über Oberhausen hinweg. 53 Einsätze meldete die Feuerwehr bis zum Abend, 24 witterungsbedingte Einsätze die Polizei. Verletzte habe es bis dahin jedoch nicht gegeben. Zahlreiche Bäume wurden aber entwurzelt, Straßen mussten gesperrt und Busse umgeleitet werden. Das Tiergehege im Kaisergarten wurde aus Sicherheitsgründen geschlossen. Ein ICE konnte aufgrund eines umgestürzten Baums nicht weiterfahren.

Pendler besonders betroffen

Seit den frühen Morgenstunden wütete Niklas – darunter hatten gerade Pendler zu leiden. Neben der Deutschen Bahn musste auch die Eurobahn, welche die Regionalexpresslinie 3 (RE3) bedient, vorübergehend ihre Verbindungen unterbrechen. Erst im Laufe des Tages entspannte sich die Situation etwas.

Mit dem Schrecken davon kamen die Insassen eines ICE. Der Fernzug war auf seinem Weg nach Arnheim in Höhe des Holtener Bahnhofs von einem umgestürzten Baum gestoppt worden. Evakuiert werden mussten die Fahrgäste nicht, nach rund 30 Minuten hatte die Feuerwehr die Gleise wieder geräumt.

Innerstädtische Pendler hatten ebenfalls mit Verspätungen zu kämpfen: Auf zahlreichen Linien vermeldete die Stadtwerke Oberhausen GmbH (Stoag) Behinderungen durch herabgestürzte Bäume. Am Rehmer in Alstaden konnte etwa die Haltestelle Lindermannstraße nicht mehr angefahren werden. Im Bereich des Concordiaplatzes in Lirich seien ebenfalls Bäume umgeweht worden, berichtete Stoag-Sprecherin Sabine Müller, davon waren die Linien SB94 und SB97 betroffen.

Am Vormittag musste die Steinbrinkstraße zwischen Gymnasialstraße und Postweg komplett gesperrt werden. Der Sturm fegte dort Ziegel von den Dächern, einige Autos wurden dadurch beschädigt. Auch auf der Elsässer Straße gegenüber vom Linken Zentrum fielen Dachziegel herunter.

Einen normalen Geschäftstag erlebten die Händler auf dem Osterfelder Markt ebenfalls nicht. „Die Stände wurden nicht aufgebaut. Wenn es möglich war, verkauften die Händler aus ihren Fahrzeugen“, berichtete Stadtsprecher Martin Berger. Von Fall zu Fall hätten zudem die Leitungen der städtischen Kindertagesstätten entschieden, ob sie ihre Schützlinge draußen haben spielen lassen oder nicht.

Arbeitsreicher Tag für die Feuerwehr

Einen arbeitsreichen Tag erlebten die Kräfte der Berufsfeuerwehr, die unterstützt durch die Freiwilligen Feuerwehren und das Technische Hilfswerk seit dem Morgen im Einsatz waren. Lose Dachziegel, umgestürzte Bäume oder einzelne Äste, die auf die Straße oder Bürgersteige zu fallen drohten, galt es zu sichern oder abzutragen. Insgesamt 111 Einsatzkräfte bemühten sich darum, die Schäden des Sturms zu beseitigen.

In der Zeit zwischen sieben und 13 Uhr seien alle Streifenwagen im Dauereinsatz gewesen, berichtete die Oberhausener Polizei. 24 witterungsbedingte Einsätze, etwa wegen verdrehter Ampelmasten, habe es gegeben.