Niebuhrg verzichtet auf Spaceritter-Festival

Kuscheln mit einem Alien, das war einmal: Das beliebte Fantasy-Festival „Spaceritter“ in der Niebuhrg ist nach finanziellen Verlusten Geschichte.
Kuscheln mit einem Alien, das war einmal: Das beliebte Fantasy-Festival „Spaceritter“ in der Niebuhrg ist nach finanziellen Verlusten Geschichte.
Foto: WAZ-Fotopool
Was wir bereits wissen
Geschäftsführung bestätigt aufgrund hoher Verluste starke Einschnitte bei Sonderveranstaltungen.Kulturstätte nimmt nicht mehr an der Extraschicht teil.

Oberhausen.. In der Kulturstätte Niebuhrg an der Stadtgrenze Duisburg wird in der zweiten Jahreshälfte nicht mehr das Fantasyfestival „Spaceritter“ ausgerichtet. Die Macher der beliebten Veranstaltung für Freunde von Filmfiguren, Rollenspieler und Kostüm-Liebhaber haben nach starken finanziellen Verlusten in den vergangenen fünf Jahren nun die Reißleine gezogen. Niebuhrg-Geschäftsführer Holger Hagemeyer bestätigt gegenüber der Redaktion: „Das Festival wird es nicht mehr geben.“

Die Entscheidung sei den Initiatoren nicht leicht gefallen, doch an den roten Zahlen käme keiner vorbei: Pro Veranstaltung verzeichnete die Niebuhrg einen fünfstelligen Eurobetrag Verlust. Insgesamt habe das Spaceritter-Festival eine Summe von 60.000 Euro an Miesen angehäuft. Um den Theaterbetrieb im Gebäude der ehemaligen Zeche Concordia nicht zu gefährden, trennen sich die Initiatoren nicht nur vom Fantasy-Festival.

„Wir erhalten keine Fördergelder und müssen unseren Theaterbetrieb komplett eigenständig finanzieren“, sagt Holger Hagemeyer. „Unsere Betriebskosten sind stark gestiegen. Daher müssen wir uns von Sonderveranstaltungen, die dauerhaft Verluste verursachen, trennen.“ Auch der literarische Reigen „Bücherbuhrg“, das Genre-Fest „Horrorbuhrg“ und selbst das Sommerfest sind mit sofortiger Wirkung aus dem Veranstaltungskalender gestrichen worden.

Betriebskosten stark gestiegen

Zudem dürfte es die Anhänger der Industriekulturnacht „Extraschicht“ schmerzen, dass die Niebuhrg nach sechs Jahren nicht mehr teilnimmt. Hagemeyer: „Das Geld aus dem Ticketverkauf bleibt nicht an den Standorten. Ohne eigene Eintrittserlöse ist eine Teilnahme nicht mehr möglich. Das kann die Bewirtung nicht ausgleichen.“

Beim Spaceritter-Festival hatte die Niebuhrg zuletzt über das soziale Netzwerk „Facebook“ um Unterstützung gebeten: Statt der erhofften 1000 Rückmeldungen klickten nur 750 Personen auf den Teilen-Button. Daraus schlossen die Veranstalter, dass die Chance auf zusätzliche Besucher nicht gut stehe. Für das „Aus“ der Spaceritter dürfte dies aber angesichts der finanziellen Defizite eine untergeordnete Rolle gespielt haben. Mit 2000 Besuchern war das Festival zuletzt ordentlich besucht worden, die eigentlich erschwinglichen neun Euro Eintritt sorgten jedoch schon bei einigen Anhängern für Reklamationen, sagt Hagemeyer. „So kann man das Festival aber nicht finanzieren.“ Für schwarze Zahlen wären 1000 Besucher mehr nötig gewesen.

Drei Millionen Euro investiert

Den Theaterbetrieb sieht Hagemeyer nicht gefährdet, trotz gestiegener Kosten wie bei der Grunderwerbsteuer. Drei Millionen Euro hätte das Niebuhrg Theater in zehn Jahren in das Gelände investiert.