Nicht alle Oberhausener Kinder sind Mathe-Genies

In der Rolandschule in fand der landesweite Mathematikwettbewerb für Schüler der Klasse 4 statt.
In der Rolandschule in fand der landesweite Mathematikwettbewerb für Schüler der Klasse 4 statt.
Foto: Ulla Emig/ FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Beim landesweiten Mathematikwettbewerb der Viertklässler knobelten am Wochenende die besten Schüler in der zweiten Runde.

Oberhausen.. Beim landesweiten Mathematikwettbewerb der Viertklässler knobelten am Wochenende die besten Schüler in der zweiten Runde. Dabei wurde klar: Die Aufgaben sind deutlich schwieriger als im Vorjahr.

Am Samstag in die Schule? Für anderthalb Stunden Matheprüfung? Die meisten Kinder würden bei dieser Vorstellung wohl dankend ablehnen. Nicht so insgesamt 76 Schüler der Oberhausener Grundschulen. Am Wochenende fand die zweite Runde des landesweiten Mathematik-Wettbewerbs in der Rolandschule statt. In fünf Klassenräumen saßen die Schüler mit rauchenden Köpfen über den sechs Aufgabenblättern.

Konzentrierte Stille im Klassenraum

Zwei Eltern schleichen auf dem Flur vor den Klassenräumen herum. Im Erdgeschoss der Rolandschule herrscht konzentrierte Stille. Zwei Stockwerke weiter oben hingegen wird laut gequatscht. Beim zweiten Frühstück mit Kaffee, Kuchen und belegten Brötchen warten die Eltern der teilnehmenden Kinder. Auch Silke Klagus hockt auf einem der etwas zu kleinen, bunten Plastikstühle. Ihr Sohn René knobelt gerne über Matheaufgaben. „Extra für den Wettbewerb gelernt haben wir aber nicht“, sagt Klagus.

„Dieses Jahr gab es viel weniger Teilnehmer in der zweiten Runde“, sagt Ulrike Laufer, Schulleiterin der Rolandschule. Im letzten Jahr hatten sich rund 240 Schüler für das Halbfinale qualifiziert, 2015 waren es nur noch 76. „Das liegt vor allem an den Aufgaben“, sagt Laufer. „Die sind um einiges schwieriger als noch im Vorjahr.“

Von leichten und schweren Aufgaben

Von ihrer eigenen Schule nehmen zwei Kinder teil. Nils aus der vierten Klasse ist einer davon. Während manche seiner Mitschüler noch mit gespitzten Stiften über den Aufgaben brüten, blättert der Neunjährige schon in einem Bilderbuch. Die Fragestellungen waren keine große Herausforderung für den Mathe Einser-Schüler. „Ich habe die Aufgaben schwieriger eingeschätzt“, sagt Nils und lächelt. Auch wenn er sich nicht sicher ist, ob er weiterkommt, der Mathe-Wettbewerb hat ihm viel Spaß gemacht.

Laufert muss statt ihrer Schüler heute mal die Erwachsenen zur Ruhe mahnen. Die ersten ungeduldigen Eltern tapern schon vor den Klassenräumen auf und ab. Die meisten Teilnehmer sind Viertklässler, manchmal mogelt sich aber auch ein besonders begabter Drittklässler unter die Mathe-Asse.

Fünf Schüler ziehen ins Finale ein

„Im letzten Jahr wurde ein Junge aus der dritten Klasse Meister“, erzählt Laufer. „Aber nicht alle, die mitmachen, sind Mathegenies. Manche sind auch einfach ehrgeizig und erarbeiten sich das.“

Die fünf besten Knobelköpfe werden nach der Auswertung von der Stadt geehrt und dürfen ins Finale einziehen.