NGG beklagt Zunahme von Leiharbeit

Immer mehr „Jobs zweiter Klasse“, beklagt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit Blick auf die Zahl der Leiharbeiter in Oberhausen. 2015 habe es nach Angaben der Arbeitsagentur 1847 Beschäftigte in Leiharbeit gegeben – zehn Jahre zuvor seien es 1420 gewesen. Die Gewerkschaft spricht von einer alarmierenden Tendenz und fordert die Politik zum schnellen Handeln auf. Der vorliegende Gesetzentwurf müsse nachgebessert werden, verlangt NGG-Geschäftsführerin Yvonne Sachtje. „Hierfür sollten sich jetzt die Bundestagsabgeordneten aus Oberhausen in Berlin stark machen.“

Der Gesetzentwurf sieht im Wesentlichen vor, dass Leiharbeiter spätestens nach neun Monaten in einem Betrieb die gleiche Bezahlung bekommen wie das Stammpersonal. Die Höchstverleihdauer soll auf 18 Monate begrenzt werden. Dies gelte jedoch, so Sachtje, „nur für Personen, nicht aber für die Arbeitsplätze. Damit können Leiharbeiter im Prinzip alle 18 Monate einfach ausgetauscht werden“. Auch Betriebsräte sollen nach dem geplanten Gesetz lediglich Informationsrechte bekommen, aber keine Mitbestimmungsrechte, bemängelt die NGG.

„Trotz allem wäre das Gesetz ein erster Schritt. Deshalb darf es auch auf keinen Fall scheitern.“ Die Parlamentarier seien in der Pflicht, die Interessen der wachsenden Zahl an Leiharbeitern und Werkverträglern zu vertreten. Dafür müsse das Gesetz so scharf wie möglich formuliert sein, fordert die NGG Ruhrgebiet. Erst dann werde sich der Negativ-Trend in Oberhausen umkehren – und der Leiharbeiter von heute zum Stammbeschäftigten von morgen.