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Delfin-Therapie

Neunjähriger Noah-Gabriel braucht Hilfe

07.01.2016 | 19:00 Uhr
Neunjähriger Noah-Gabriel braucht Hilfe
Arbeitskollegen von Darius Stanczyk (rechts) haben 4000 Euro für eine Delfin-Therapie für Sohn Noah-Gabriel (9 ) gesammelt, li. Bianca Stanczyk

Oberhausen / Bottrop.   Der neunjährige Noah-Gabriel leidet an einem seltenen Chromosomendefekt, der ihn körperlich und geistig stark einschränkt. Seine Eltern hoffen auf eine Delfin-Therapie.

Noah-Gabriel schleudert eine helle Kunststoffschnur im Kreis und sieht glücklich aus. Obwohl es dem Neunjährigen jetzt gerade hier in diesem Raum viel zu ruhig ist. „Er mag Straßen, Action, Lärm“, sagt der Vater des Jungen, Darius Stanczyk. Wie aufs Wort macht sich Noah auf den Weg, raus aus seinem Rollstuhl, vorbei an Mutter Bianca hin zum Vater, um auf dessen Schoß zu krabbeln und zu schmusen. Das Kind hat großes Glück mit seinen Eltern. Sie lieben es so wie es ist mit seiner schweren Behinderung.

„Tetrasomie kurzer Arm Chromosom 18p“ heißt die Chromosomenanomalie, die den Jungen körperlich wie geistig so sehr einschränkt und von der es nur drei bekannte Fälle in Deutschland gibt. Noah bewegt sich also auf weitgehend unbekanntem Terrain. „Wir wissen nicht, was uns noch erwartet“, sagt Bianca Stanczyk. „Wir wissen nicht einmal, wie alt Noah wird.“ Aber eines würde ihnen sehr helfen. „Wenn Noah sich wenigstens mitteilen könnte, wenn er Schmerzen hat zum Beispiel“, wünscht sich der Vater. Bisher sagt der Junge noch kein Wort.

Deshalb sprachen die Eltern auf die Delfin-Therapie an, als eine Bekannte ihnen davon erzählte. „Kinder, die dabei waren, haben teilweise angefangen zu sprechen, sicherer zu laufen oder Kontakt aufzunehmen“, hat Bianca Stanczyk gehört. Stanczyks Hoffnung gehört nun den Meeressäugern. Auf Curaçao haben sie 2017 einen Termin. Allein, das Geld fehlt. Rund 17.000 Euro kosten Flug, Unterkunft und die Therapie.

„Das ist von einer Arbeiterfamilie mit drei Kindern nicht finanzierbar“, sagt Reinhardt Meyer, Mitglied des Betriebsrates und der IG Metall Vertrauenskörperleitung bei MAN Diesel&Turbo Oberhausen. Die Familie ging also mit einem Flyer an die Öffentlichkeit. Und der bei MAN beschäftigte Rohrschlosser Darius Stanczyk fragte Meyer, ob man unter den Kollegen nicht Spenden sammeln könnte. „Die Spendenbereitschaft bei Arbeitern ist groß“, weiß Meyer.

Auch für den kleinen Jungen füllten die Männer, ganz gleich welcher Nationalität oder Religion, die Spendenbüchsen, so dass 4239 Euro zusammenkamen. Dazu zu rechnen sind nun noch Spendengelder, die überwiesen werden und 600 Euro aus dem MAN-Fond. Dennoch fehlt noch eine Menge Geld, und Stanczyks wären froh, wenn sich weitere Spender fänden. „Wir planen jetzt vielleicht noch einen Info-Stand in Bottrop“, überlegt Reinhardt Meyer bereits weitere Aktionen.

Beinahe das ganze Leben des Ehepaares Stanczyk dreht sich schließlich um den Jungen. Da kommen die Schwester (17) und der Bruder (14) nicht selten zu kurz. Was ihnen mittlerweile nicht mehr viel ausmache. „Unsere Tochter liebt Noah, sie möchte auch mit Behinderten arbeiten“, sagt die Mutter.

Als der kleine Noah geboren wurde, galt er zunächst als gesundes Kind. „Wir merkten aber, dass er sich nicht so entwickelte wie die anderen Kinder“, erinnert sich die Mutter. Der Kinderarzt erklärte ihnen, Noah sei einfach faul. Als das Kind zehn Monate alte war, wurde dann die Diagnose „Tetrasomie kurzer Arm Chromosom 18p“ gestellt. „Diesmal wurde uns gesagt, unser Kind würde nicht viel älter werden, es würde sterben“, berichtet die Mutter von dem großem Schock. Später gestand der Arzt dann, dass er über die Krankheit eigentlich gar nichts wisse. Erst in der Uni Klinik in Essen wurden die Eltern dann über die Krankheit aufgeklärt. Allerdings, wirklich viel bekannt ist über diese Form der Behinderung nicht.

„Man denkt immer, es trifft nur andere“, sagt Darius Stancyk über die schwere Zeit, die für die Familie begann. Die Zeit, die Noah bisher in einer Förderschule verbrachte, wirkte sich aus. So kann Noah jetzt laufen und eigenständig essen. Zwei Riesenfortschritte für das Kind, das wegen seine Unruhe und Selbstverletzungsgefahr auch immer auf Medikamente angewiesen ist.

Aus allem, was die Bottroper Darius und Bianca Stanzcyk erzählen, spricht die Liebe zu ihrem Sohn. „Man wächst da so rein“, sagt die Mutter über die anstrengende Aufgabe. Beide Eltern berichten, was Noah mittlerweile alles kann. Laufen. Essen. „In der Schule trinkt er auch“, sagt Bianca Stanzcyk über die Förderschule, die ihr Kind besucht. Zu Hause bekommt er Flüssigkeit über eine Sonde. Er trockne leicht aus, Infekte seien gefährlich.

Noah verstünde auch vieles. „Popo hoch“ fürs Windeln wechseln, Schlafen, Baden oder Gummibärchen. Gummibärchen isst der Neunjährige schon die ganze Zeit. „Er mag alles“, sagt die Mutter. Dabei habe er sechs Jahre lang nur Grießbrei gemocht. Jetzt ist Tomatensuppe sein Lieblingsgericht. Noah geht sogar gerne mit einem Schwimmring ins Wasser. Oder sitzt vorne in einer umgebauten Kiste, wenn sein Vater mit ihm Fahrrad fährt. Außerdem liebt er sein Trampolin, hört zu, wenn man ihm vorliest und tobt gerne mit Mama.

Aber bei allem, was Noah tut, muss jemand bei ihm sein. Und immer ist da Angst vor Krankheiten, die ihm gefährlich werden könnten. Hinzu kommt der bürokratische Aufwand. So brauchte er jetzt einen größeren Rollstuhl. Da musste erst jemand ‘raus kommen, um zu schauen, ob das wirklich notwendig ist. Dann muss die Krankenkasse ihr Okay geben und schließlich der Rollstuhl gebaut werden. Stanczyks haben alle Hände voll zu tun. Und sie arbeiten ja auch noch, Bianca Stanczyk als 400-Euro-Kraft bei Mc Donalds. „Das waren die einzigen, die mir trotz des kranken Kindes einen Job gegeben haben“, sagt sie.

Wer der Familie das Leben erleichtern und für die Delfintherapie spenden möchte, kann sich unter 02041-77 26 71 an Stanczyks wenden für die Kontonummer.

Andrea Micke

Kommentare
08.01.2016
06:59
Neunjähriger Noah-Gabriel braucht Hilfe
von francesca123 | #1

Steht eh im Netz

Vielleicht möchte man anonym spenden.....

Dolphin aid e.V. Düsseldorf IBAN: DE52 3005 0110 0020 0024 24
BIC: DUSSDEDDXXX...
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2016-01-07 19:00
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