Neubausiedlung unter Wasser
14.10.2009 | 06:00 Uhr 2009-10-14T06:00:00+0200
Voll gelaufene Keller gab es am Düsselbachweg, nachdem Abwasserpumpen ausfielen. Aber wer kommt für den Schaden auf?
Böse überrascht wurde eine Familie mit vier Kindern, als sie am Sonntagabend von ihrem Besuch bei den Großeltern zurück in ihr Reihenhaus im Düsselbachweg kam: Der ganze Keller stand unter Wasser, zwei Waschmaschinen, ein Trockner und ein Computer sind hinüber. Von den feuchten Böden und Wänden einmal ganz zu schweigen. Doch die Familie war nicht die einzige: Die komplette Reihe, Hausnummern 9 bis 28, stand unter Wasser, weil die nebenan liegenden Großpumpen ausgefallen waren. Weitere Häuser der Osterfelder Neubausiedlung waren indirekt betroffen, weil die Nässe der anliegenden Keller auch ihre Wände befeuchtete.
Da das Neubaugebiet am Düsselbachweg zu tief liegt, muss es über Pumpen entwässert werden. Doch beide Maschinen fielen am Sonntagabend aus, so konnte das Abwasser nicht mehr abgepumpt werden und staute sich an. Die Wasserleitungen in vielen Häusern hielten dem Druck nicht stand – das Abwasser entlud sich in die Kellerräume. Sechs Stunden waren die Einsatzkräfte der Wirtschaftsbetriebe Oberhausen (WBO) mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Einige Bewohner haben mittlerweile ihre Keller komplett ausgeräumt. Die Sachen lagern nun auf dem Rasenstück vor den Häusern. „In einem Haus stand das Wasser bis zu den Knien”, berichtet ein Familienvater.
Was die Bewohner derzeit jedoch am meisten quält, ist die Frage, wer letztlich für den Schaden aufkommen wird. Noch gehören die zwei Wasserpumpen der Firma Heinrich Becker aus Bottrop. Für die Wartung der Anlage sind jedoch die WBO zuständig. Nach Angaben einiger Bewohner habe man sich untereinander noch nicht einigen können, wer nun den Schaden, der zwischen 1000 und 5000 Euro pro Haus liegen soll, bezahlen wird. „Die kommen einfach nicht in die Gänge”, ärgert sich eine Bewohnerin.
Ein neues Signal geht zumindest von der Firma Becker aus. „Wir haben uns mit unserer Versicherung in Verbindung gesetzt”, sagt der Prokurist Dieter Meine auf WAZ-Nachfrage. Diese soll nun die Namen der Geschädigten bekommen und sich mit deren Versicherungen in Verbindung setzen. „Die Anwohner sollen nicht auf ihren Kosten sitzen bleiben”, verspricht Meine. Dennoch rät auch Meine den Bewohnern, den Schaden schon der eigenen Versicherung zu melden. Dass einige von ihnen in Vorkasse treten müssen, sei wahrscheinlich, so Dieter Meine.
Warum die zwei Pumpen am Sonntag ausfielen, ist noch nicht bekannt. Nach Aussage der Firma Becker und der WBO seien die Pumpen regelmäßig gewartet worden. Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Stromausfall in der Siedlung am vergangenen Mittwoch – verursacht durch das Gewitter – und dem Ausfall vier Tage später. Ein Gutachter soll Klarheit über die Ursache der Panne geben. Die Bewohner fragen sich nur: Wann?

16:17
Hallo Navigator,
wäre Ihnen dieser Schaden im Keller entstanden, würden Sie auch über jede Hilfe (bzw. Berichtserstattung) dieser Art erfreut sein !
Aber manche Leute müssen immer etwas besser wissen ! !
09:40
Wenn ich Eigentümer bin, muss ich erst einmal bezahlen für alles was an meinem Haus passiert. Das ist die Definition von Eigentümer. Daran ändert sich auch nichts, wenn ich vier oder gar fünf Kinder habe.
Falls ich glaube, dass jemand diesen Schaden haften muss, steht mir in Deutschland jederzeit der Rechtsweg offen.
Was so ein Artikel in der Zeitung soll...