Neuauflage für den Runden Tisch

Er sollte sich als ein Forum für Osterfelder Bürger etablieren, doch um den einst hoffnungsvoll gestarteten Runden Tisch ist es äußerst still geworden.

Ein Jahr liegen diese von weit über 200 Bürgern besuchten Diskussionsrunden zurück, die hohe Wellen geschlagen haben. Der bis dahin parteilose Initiator Karl-Heinz Mellis wusste bei den bis zu drei Stunden dauernden Veranstaltungen Politik und Rathaus mit oft scharfen Worten zu attackieren. Seit der Kommunalwahl vor einem Jahr macht Mellis nun selbst für das von ihm im Dezember 2014 gegründete Bündnis BOB Politik; der Runde Tisch ruht seither.

Nun kündigt Mellis eine Neuauflage an. „Wir wollen den Runden Tisch fortführen“, sagt der Kommunalpolitiker. Im Mai wolle er mit Mitgliedern von BOB entscheiden, wann und in welcher Form ein neuer Runder Tisch stattfinden soll.

Die lange Veranstaltungspause erklärt Mellis mit seinem Mandat im Rat. „Als Neugewählter hat es viel Zeit und Arbeit gekostet, sich einzuarbeiten.“ Zuletzt gab es interne Querelen bei BOB: Kein Jahr nach den Kommunalwahlen 2014, bei denen BOB aus dem Stand acht Prozent der Stimmen holte, zerstritt sich die Fraktion. „Das haben wir hinter uns. Jetzt können wir uns anderen Dingen zuwenden.“

Im Oktober 2013 hatte Mellis den Runden Tisch ins Leben gerufen, um eine ganze Reihe von „städtebaulichen Fehlentwicklungen“, wie er sagte, anzuprangern. Politiker kamen, auch Mitarbeiter der Stadt und Investoren, um über Baumfällungen, den Abriss des Gartendoms oder Baustellen im Stadtgebiet zu informieren. Nur wenige Wochen nach dem ersten regelrecht überlaufenen Diskussionsabend schloss sich Mellis mit Mitgliedern der Initiative „Wir sind Oberhausen“ (WSO) zum neuen Bürgerbündnis zusammen.

Als Instrument zum Stimmenfang will Mellis die Diskussionsrunde aber nicht verstanden wissen. „Der Runde Tisch ist als Forum angegangen worden, in dem Bürger zu Wort kommen sollen.“

Zum Veranstaltungsteam gehörte auch Walter Paßgang, der seit der Kommunalwahl 2014 für die CDU in der Bezirksvertretung Osterfeld sitzt. Er will sich auch an einer Neuauflage der Podiumsrunden beteiligen, sagt Paßgang, doch dürften diese keine Parteiveranstaltung werden: „Wir wollen neutral und glaubwürdig sein.“

Notwendig sei der Runde Tisch weiterhin: „In der Bezirksvertretung kommen Bürger nicht so zur Sprache wie am Runden Tisch.“ Themen gebe es genug, die diskutiert werden sollten, etwa die Standorte der Flüchtlingsheime.