Netzwerk hilft den Menschen in der City von Oberhausen

Sie machen mit beim Projekt „Aktiv für Arbeit im Stadtteil“, v.l.: Melanie Weyer, Heike Niestrath, Serap Tanis und Tim Steinrötter, hinten Reiner Lorenz, Josef Vogt und Britta Lenders
Sie machen mit beim Projekt „Aktiv für Arbeit im Stadtteil“, v.l.: Melanie Weyer, Heike Niestrath, Serap Tanis und Tim Steinrötter, hinten Reiner Lorenz, Josef Vogt und Britta Lenders
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
„Aktiv für Arbeit im Stadtteil“ engagiert sich gegen Armut und Arbeitslosigkeit. viele Institutionen machen mit bei dem Projekt.

Oberhausen.. Der „Wilde Westen“ von Oberhausen ist die City. Denn hier gibt es den höchsten Anteil an Hartz IV-Empfängern (33,5 Prozent), den zweithöchsten Anteil an Personen mit Mi­grationshintergrund (40,4 Prozent), die meisten Alleinerziehenden bundesweit, viele Familien mit besonderem Unterstützungsbedarf (z.B. kinderreiche Familien) und fast jedes zweite vierjährige Kind benötigt eine zusätzliche Sprachförderung. Nicht zu vergessen die 121 ar­beitslosen Jugendlichen, von denen 91 Prozent keine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Was macht man mit so einem Stadtteil?

Man versucht, das Beste daraus zu machen. Aber wer ist man? Genau das brachten Melanie Weyer und Heike Niestrath vom Netzwerk „Aktiv für Arbeit im Stadtteil“ in Erfahrung und dann die Akteure an einen Tisch, damit sie gemeinsam gegen Armut und Arbeitslosigkeit angehen. Zwei Jahre hatten die beiden Mitarbeiterinnen des vom Zentrum für Ausbildung und berufliche Qualifikation (ZAQ) und Ruhrwerkstatt ge­tragenen Projekts Zeit. Jetzt, zum Ende, haben sie 100 Personen im Netzwerkverteiler.

Jobcenter, Jugendamt, Beratungsstellen oder Kirchengemeinden, sie alle wollen den Menschen helfen. Das geht gemeinsam besser. So berichtet Serap Tanis, Koordinatorin der Bildungsoffensive von „Die Kurbel“, dass sie Qualifizierungen für Al­leinerziehende anbieten. „Waren diese erfolgreich abgeschlossen, hatten wir immer Probleme bei der Weitervermittlung der Teilnehmer. Durch das Netzwerk, durch die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter, gebe es nun greifbare Perspektiven für die Menschen.

Hilfe für Alleinerziehende gesucht

Das Jobcenter wiederum entschied sich, ein Projekt eigens für große Familien ins Leben zu rufen. „Wir versuchen, alle Familienmitglieder in Maßnahmen unterzubringen“, erklärt Tim Steinkötter. Denn wenn nur ein Familienmitglied arbeite, halte es meist nicht lange durch.

Josef Vogt vom Jobcenter hält auch die kleinen Erfolge der Netzwerkarbeit für wichtig: „Wenn eine alleinerziehende Mutter Zwillinge hat, die eingeschult werden, dann übernehmen wir einen Teil der Kosten für die Schulsachen.“ Aber das Geld reiche nicht. „Vielleicht findet sich dann eine Kirchengemeinde, die schon immer einmal etwas für Alleinerziehende tun wollte.“