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„Naturschönheit“ ist die ungekrönte Königin

09.08.2012 | 18:58 Uhr
Dieses wunderschöne Art-Deko-Haus siegte beim Fassadenwettbewerb in der Gruppe A, Häuser, die vor 1930 erbaut wurden.Foto: Ulla Emig

Oberhausen.  Maler- und Lackierer-Stuckateur-Innung Oberhausen rief zum Fassadenwettbewerb auf. Ausgezeichnet wurden Häuser in zwei Kategorien - die vor und die nach 1930 erbauten.

Schaut man auf Oberhausens Häuser , fallen zwei Dinge auf. 1. Stolze Schwäne mit einem perfekten Gewand aus hell in der Sonne leuchtendem mineralischen Putz stehen neben kleinen grauen Schmuddelkindern, die vernachlässigt vor sich hin sterben. Der Häuser-Klassen-Mix ist an den meisten Straßen so bunt wie das Leben in der Stadt. 2. Es gibt überraschend viele schöne alte Häuser aus Gründer- und Jugendstilzeit. Und auch hier sind manche herrlich herausgeputzt mit frischer Farbe, edlem Stuck und wunderschönen Ornamenten. Während die anderen als Aschenputtel mit schmutzig-bröseliger Fassade ein trauriges Mauerblümchen-Dasein fristen.

Die Mitglieder der Maler- und Lackierer-Stuckateur-Innung Oberhausen, die schon von Natur aus ein Interesse an makellosen Fassaden haben, überlegten sich, wie man Anreize für Eigentümer schaffen könnte, aus den „Hässlichen-Entlein-Immobilien“ weitere stolze Schwäne zu zaubern. Und so riefen sie im Jahr 2008/2009 den ersten Fassadenwettbewerb „Make-up Oberhausen“ aus . Jetzt wurden erneut Häuser prämiert - beim zweiten Wettstreit dieser Art .

17 heiße Kandidaten

Voraussetzung für die Teilnahme daran war, dass die Fassaden von Innungsmitgliedern in den vergangenen beiden Jahren renoviert wurden. Meldeten sich 2008 noch 65 Bewerber, waren es in diesem Jahr 45. „Vielleicht, weil das Geld knapper geworden ist“, überlegt Dieter Kusch, der Obermeister der Innung.

Aus den 45 Bewerbern der Kategorie A (Gebäude bis 1930 erbaut) und B (Häuser ab 1930 errichtet) wählten die Innungsmitglieder 17 heiße Kandidaten aus. Und dann hieß es „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat die schönste Fassade im ganzen Land“, stopp, in der ganzen Stadt. Eine Jury reiste von Haus zu Haus und verteilte Punkte. Kein leichtes Spiel für die Mitglieder. Denn natürlich fällt bei der gestalterischen Gesamtbewertung eines Hauses auch immer der eigene Geschmack mit in die Waagschale. Ob etwa die Farbe gut zu den übrigen Gebäuden passt - auch da mag es verschiedene Meinungen geben. Klarer zu bewerten ist schon die handwerkliche Ausführung. Dieter Kusch zeigt auf schlecht verputzte Stellen oder angeschlagenen Stuck und sagt: „Das darf nicht sein.“

Stilvolle Eleganz

Am Ende des Tages steht die ungekrönte Königin der Kategorie A fest. „Eine Naturschönheit von Haus“, wie ein Jurymitglied sagt. Es ist das Gebäude an der Wachstraße 18 bis 20 in Styrum . Ein großes Art-Deko-Doppelhaus mit Rundungen an der Fassade. Stilvolle Eleganz. Hellgelb gestrichen. Weiße Fenster. Kleine Spielerei am Rande: Die aufgemalte Hausnummer ist sogar schattiert. Erbaut wurde die Schönheit 1927 von Otto Siepenkothen aus Essen für die Post, Spar- und Baugenossenschaft.

Einfach schön

Als Hofdame der königlichen Art-Deko-Schönheit etabliert sich das Haus an der Westerwaldstraße 1, das den 2. Preis erhält. „Es ist einfach schön gemacht“, sagt Kusch über das imposante Eckhaus. Beige-braun ist es gestrichen. Das Geschäft unten im Gebäude mit den großen Schaufenstern stört die alterslose Schönheit kaum. Na ja, vielleicht ein wenig, aber nicht allzu sehr. Unterm Dach findet sich ein herrliches Detail: „Gesimsbänder sieht man selten in dieser Breite“, sagt Kusch.

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    Seite 2: Wandmalereien mit Graffit-Schutz

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