Natur erobert sich den Wald zurück

Bottrop..  Die Buchen, die jetzt langsam das Brinkmanns-Wäldchen an der Stadtgrenze an der Grenze von Oberhausen-Osterfeld und Bootrop-Fuhlenbrockfür sich erobern, sind noch klein. Doch sie breiten sich aus. Teilweise ist der Waldboden fast von einem Buchenteppich bedeckt. Zwischendurch recken sich junge Ahorntriebe in die Höhe. Für Förster Markus Herber ist dieser Anblick Beleg dafür, dass die Natur vieles allein regelt.

Mehr Licht auf dem Waldboden

Vor einem Jahr hat der Landesbetrieb Wald und Holz das Wäldchen im Fuhlenbrock durchforstet und dabei auch viele alte Buchen gefällt. Das hatte zu heftigen Protesten der Anwohner und Naturschutzverbände geführt. Sogar Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) hatten die Bürger eingeschaltet. Nun zeigt Herber den hellen, grünen Waldboden.

„Wir haben Bäume rausgehauen und dadurch Licht in der Kronenschicht geschaffen.“ Dadurch könne die vorhandene Naturverjüngung besser wachsen. Tatsächlich keimen an vielen Stellen junge Buchen. „Auch Eichen und Kirschen haben wir gesehen.“ Da im Beckerwald keine Rehe lebten, bestehe auch keine Gefahr, dass die jungen Bäume abgefressen werden.

Herber deutet auf die Kräuter, die jetzt hier wachsen. „Auch das gehört zum Wald“, sagt er mit Blick auf die Haimsimse, die hier jetzt wächst. Gleiches gelte für Brennnesseln, die auch gut sichtbar in dem Waldstück wachsen, für Raupen seien die wichtig. Für die nachwachsenden Buchen sei das kein Problem, sagt der Förster. Die seien „schattenertragend“ und könnten einiges an Begleitvegetation aushalten. Trotzdem gelte es nun aufzupassen, dass nirgendwo zu viele Brombeerranken oder Adlerfarne wachsen. „In solchen Bereichen muss man dann eventuell nachhelfen.“ Das sei aber auch eine Entscheidung des Waldbesitzers. Das ist nicht mehr derselbe wie im vergangenen Jahr: Er wurde verkauft.

Bisher sei noch nichts nachgepflanzt worden. Er warnt vor „Übereifer“ im Wald: „Wir wollen zwei Jahre sehen, was die Natur hervorbringt.“ An einigen Stellen liegen Äste und Teile der Stämme der gefällten Bäume. Als „Habitatbäume“ sollen sie Tieren und Pflanzen als Nahrung und Unterschlupf dienen. Zudem wirken sie auf manche Spaziergänger wie natürliche Barrieren, sie bleiben auf Wegen.

Herber hofft, dass auch die neuen Buchen bald diesen zusätzlichen Effekt haben. Außerdem hielten die jungen Bäume Feuchtigkeit besser im Waldboden und sie nähmen im Wachstum auch C02 auf.

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