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Nachoster-Trends

19.04.2009 | 15:13 Uhr
Nachoster-Trends

Er hat nur die spitzenbestickte Kochschürze und Blue Jeans am kernigen Leib, das Nudelsieb ersetzt wohl den Bauhelm: „Heute koche ich!” droht der Titel auf dem Buchcover bei Thalia. Kerle am Herd – ob das der Nachostertrend wird?

Der eierlegende Hoppelhase ist jedenfalls aus den Innenstadtläden verschwunden. Zumindest weitgehend, denn bei „Charisma & More” haben sich noch ein paar tönerne Langohren hinter Glas verschanzt: Restexemplare, die es aus Zeitmangel noch nicht hinter die Ladentheke geschafft haben, erklärt Inhaberin Elke Langehegermann und verrät, dass danach schon Schildkröte und Zwerg auf die Gartensaison warten. Dafür sind die Möhrenknabberer jetzt günstig zu haben und nach Ostern ist vor... Sie wissen schon.

„Zu wenig Anziehungspunkte”, kritisiert Langehegermann dagegen den Negativtrend in der Innenstadt – und zu viele Leerstände: ”C&A ist weg, P&C auch”, zählt sie auf. Ein Markt könnte den gesuchten Kundenmagneten bilden, ist die Geschäftsfrau überzeugt, aber zwei Mal in der Woche und größer müsste er sein, „so wie in Sterkrade”.

„Jetzt oder nie” – einer, der hingegen antizyklisch zum Krisentrend gedacht hat, ist Heinz Schumacher. Als die Eisdiele am Altmarkt ging, erfüllten er und Lebenspartnerin Heidi Möller sich ihren Traum mit dem Blumen- und Dekoladen „Blütenzauber”. Klein, aber stilvoll, präsentiert sich das Geschäft seit April – und „alles ist mit eigener Hand modernisiert”, erzählt Schumacher ein wenig stolz. Ein Spiegel und der Rundbogen an der Decke erinnern noch an den Vorgänger. Man sieht sich nicht als Konkurrenz zum Blumenverkauf am Altmarkt, eher als Ergänzung zum Tabakladen nebenan. Im „Blütenzauber” bereitet man sich auf Muttertag vor, Schumacher denkt aber weiter: Raum für Oberhausener Künstler will er anbieten. Schon jetzt stehen die Arbeiten von Bildhauer Manfred Vorholt zwischen Blumengesteck und Deko.

Apropos Muttertag und Genuss: Die Trends hat Spezialitätenladen „Grefi” bereits im Blick, obwohl es bis zum 10. Mai noch hin ist. Klar, hier gibt es Ge-Nüsse wortwörtlich zum Knabbern, aber auch anderer Art: „Zum Muttertag haben wir Bio-Kosmetik,” erzählt Anne Bayo.

Eine Ecke weiter sagt man einer frischen Brise sogar heilende Wirkung nach: Das mineralienreiche Klima in der „Salzgrotte” (Langemarkstraße) wird etwa bei Asthma, Bronchitis oder Allergien empfohlen. Einfach so entspannen kann man dabei natürlich auch, meint Inhaber Norbert Kurzeja. Und deshalb bietet die Salzgrotte zum Muttertag Prozente. Seit Dezember gibt es das Geschäft. Die Krise spürt Kurzeja noch nicht, im Gegenteil, „immer mehr Ärzte empfehlen uns” – und zur Zeit ist Pollenflug. Gegenseitiges Verwöhnen ist doch kein schlechter Trend gegen die Wirtschaftskrise – und da wären wir schon wieder bei den Kerlen am Herd . . .

Dennis Vollmer

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