Nach Tod eines Fünfjährigen sorgt sich ein Oberhausener Opa

Wie ein dicker grüner Teppich sehen die Teichlinsen aus. Mittendrin brütet ein Blesshuhn in seinem Nest.
Wie ein dicker grüner Teppich sehen die Teichlinsen aus. Mittendrin brütet ein Blesshuhn in seinem Nest.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Tod eines fünfjährigen Jungen wirft für Bürger Fragen nach der Sicherheit der Gewässer auf. Der Teich im Kaisergarten ist mit Wasserlilien im Uferbereich bewachsen. Biologen halten die Gefahr für relativ gering.

Oberhausen.. In Straelen ertrank ein fünfjähriger Flüchtlingsjunge aus Serbien in einem von einem 2,10 Meter hohen Zaun umgebenen Klärbecken. Das Gewässer war dicht mit grünen Wasserlinsen bewachsen. Möglicherweise hatte das Kind deshalb das Wasser nicht als solches erkannt.

Der Oberhausener Georg Scheelen sorgt sich nun um seinen Enkel, mit dem die Familie sehr oft unterwegs ist. Denn auch im Kaisergarten, direkt an der Rehberger Brücke, gebe es ein Gewässer, das dicht mit grünen Teichlinsen bewachsen ist und so wie eine Rasenfläche wirkt.

Wie der Junge über den Zaun kam, ist völlig unklar

„Der Teich ist noch nicht einmal richtig eingezäunt“, schreibt der besorgte Opa. Nun, der in Straelen war es. Musste es sein als künstliches Gewässer. Und es ist völlig unklar, wie der Fünfjährige über den Zaun gekommen ist.

Natürliche Gewässer – und ein solches ist der kleine Teich an der Brücke im Oberhausener Kaisergarten – brauchen rein rechtlich gar keinen Zaun. Das sagt die Biologin Anette Perrey. Gleichwohl hätten sie im Tiergehege selbst zum Schutz der Besucher beinahe alle Gewässer eingezäunt.

Über den kleinen Tümpel außerhalb des Geheges sagt Perrey, dass er eines der alten Emscherrelikte sei, von denen es im Kaisergarten noch einige gebe. Natürliche Gewässer, die ökologisch sehr wertvoll seien. So sei auch dieser kleine Teich wichtig für viele Tierarten. Vögel brüteten hier. Ein Blesshuhnpaar mit Jungen zieht auch tatsächlich seine Runden um sein imposantes Nest inmitten des Grün auf dem Wasser. Zwei Schwäne mit vier Jungtieren haben sich auf den Teich zurückgezogen. Der sei aber auch das Zuhause von Amphibien, Kröten und Fröschen. Große Raubfische, die ihnen gefährlich werden könnten, fehlen hier.

„Die Gefahr halte ich für relativ gering“

Die Teichlinsen seien gut für die Tiere, werden von ihnen gefressen. Sie würden auch von Tieren ins Gewässer eingetragen und hätten sich so stark vermehrt, weil das Wasser nährstoffreich sei. Nachteile fürs Gewässer gebe es durch sie nicht.

„Die Gefahr, die von diesem Gewässer ausgeht, halte ich für relativ gering“, sagt Anette Perrey. Der komplette Uferbereich sei zugewachsen. Nirgends käme man so ohne weiteres ans Wasser. „Am großen Teich mit vielen freien Uferzonen ist die Gefahr viel größer, da reinzutreten und reinzufallen“, sagt die Leiterin des Tiergeheges.

„Aber natürlich hat jeder die Verpflichtung, auf seine Kinder zu achten, besonders auf kleine Kinder“, verdeutlicht Perrey. Eltern sollten die Umgebung nutzen, ihre Kinder zu schulen und zu sensibilisieren. Etwa so: „Guck mal, das sind die Teichlinsen und die können die Enten gut fressen.“ Natur müsse erlebt werden, sagt sie. Kinder sollten an die Gegebenheiten herangeführt und auch über die Gefahren aufgeklärt werden.