Nach dem Advent ist vor dem Advent

K
inder, Kinder, das war doch mal ein Adventskalender! 24 Päckchen mit jeweils einem Zettel darin packte uns unsere zehnjährige Tochter Lisa ein. Der guten Laune der Eltern stand nichts mehr im Wege.

Denn: Jeder Zettel in dem Adventskalender war ein Gutschein: Einmal, zwei-, dreimal Zimmer aufräumen, bis zu fünfmal Müll runterbringen pro Gutschein (wir wohnen im Dachgeschoss!), bis zu dreimal im Supermarkt um die Ecke das einkaufen, was Mama vergessen hat und sogar zwei handyfreie Tage, ja zwei handyfreie Wochen (eine echtes Opfer!). Eine Spitzen-Idee, die den vorweihnachtlichen Frieden in der Familie sicherte. Denn tatsächlich marschierte das Töchterlein – wenn auch murrend – ins Zimmer und räumte auf, wenn man einen der Gutscheine einlöste.

Allerdings kommt in diesen Tagen die Kehrseite dieses netten Adventskalenders ans Tageslicht: Sie wisse gar nicht, erklärte Lisa neulich, warum sie, ohne dass wir einen Gutschein abgeben, ihr Zimmer aufräumen solle. Und ich als Mutter frage mich nun, wie ihr Zimmer wohl in elf Monaten aussehen wird – bis der nächste Adventskalender kommt...