Nach 18 Jahren von Bord

Vom Förderverein der Schule erhielt Hermann Dietsch ein Bild, das aus 1000 Einzelfotos besteht. Masimbonge Real überreichte es ihm stellvertretend.
Vom Förderverein der Schule erhielt Hermann Dietsch ein Bild, das aus 1000 Einzelfotos besteht. Masimbonge Real überreichte es ihm stellvertretend.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der erste Leiter der Gesamtschule Weierheide, Hermann Dietsch, geht in den Ruhestand. Gemeinsames Sommerfest mit der Schlingensief-Schule.

Oberhausen.. Ein bisschen war es wie im üblichen Schulalltag. Die Technik hakt immer mal wieder, aber mit etwas Spontaneität und entsprechender Erfahrung haut es dann doch irgendwie hin. Mehr als nur irgendwie gelang jedoch die als „letzte Schulstunde“ deklarierte Verabschiedung von Hermann Dietsch als Schulleiter der Gesamtschule Weierheide.

„Ich wollte keine Sitzreihen und lange Reden. Ich wollte eine lebendige Stunde, das hat auch etwas mit meiner Einstellung zu dieser Schule zu tun“, begründete Dietsch die ungewöhnliche Form des Abschieds. Ein Abschied, der ihm sichtlich schwer fiel. Immer wieder mal musste er seine Tränen zurückhalten, so emotional gefangen war der 66-Jährige noch bei dem einen oder anderen Gedanken an die vergangenen Jahre.

Erwachsen geworden

18 sind es insgesamt gewesen, nachdem er von der Heinrich-Böll-Gesamtschule kommend Rektor der neuen GS Buschhausen, der jetzigen Weierheide, wurde. Und irgendwie passt es, dass er „seine“ Schule nach Erreichen der Volljährigkeit verlässt. Die Weierheide ist im positiven Sinne erwachsen geworden. Die Kinderkrankheiten und die Pubertät sind schadlos überstanden, auch dank seines Engagements und seiner Gestaltung. „Ich wollte den Schülern eine möglichst große Vielfalt anbieten, dabei ging es nicht darum, die Schule auf ein Podest zu setzen“, so Dietsch rückblickend. Die Beteiligung am Modellprogramm „Kulturagenten für kreative Schulen“ ist nur eines von vielen Beispielen dafür.

Dass es der studierte Chemiker durch seine stets offene Art geschafft hat, bei Schülern wie Lehrern gleichermaßen beliebt zu sein, zeigte sich bei der Verabschiedung. Eingebettet in eine Fragerunde, bei der die geladenen Gäste mit einbezogen wurden, wurde auf unterschiedlichste Art und Weise Danke gesagt. Beispielhaft seine Schulleitungskollegen, die ihrem scheidenden Kapitän ein Ruder zum Abschied schenkten. „Er hat aus einem Paddelboot einen großen Dampfer, wenn nicht Luxus-Liner gemacht und ist nie untergegangen“, meinte sein Stellvertreter Michael Poetz, der versprach: „Wir werden versuchen, weiter auf Kurs zu bleiben.“

„Hermann will’s wissen“

Wer dann auf der Kommandobrücke steht, ist bisher noch offen. Allerdings zeigte sich Jürgen Volkmer als schulfachlicher Dezernent der Bezirksregierung zuversichtlich, die Stelle schnell neu besetzen zu können: „Ich gehe davon aus, dass wir bis zum Beginn des neuen Schuljahres einen Nachfolger im Amt haben“.

Im Anschluss an den offiziellen Teil stand der scheidende Rektor dann auch beim gemeinsamen Sommerfest der Gesamtschule Weierheide mit der benachbarten Christoph-Schlingensief-Schule im Mittelpunkt. Unter dem Motto „Hermann will’s wissen“ wurden zahlreiche Experimente mit Dietschs Vorliebe zur Chemie durchgeführt. Während vieles im Foyer der Schlingensief-Schule durchweg trocken über die Bühne ging, fielen einige Aktionen auf den beiden Schulhöfen allerdings buchstäblich ins Wasser. Die gute Stimmung trübte dann aber auch der Regen nicht.