Das aktuelle Wetter Oberhausen 1°C

Theater

Musils "Törleß" kommt auf die Bühne des Malersaales

10.11.2009 | 18:50 Uhr
Musils

Oberhausen. Für Volker Schlöndorff war "Der junge Törless" 1966 sein Debütfilm, jetzt kommt am Freitagabend (13. November) um 19.30 Uhr im Malersaal des Theaters eine Bühnenbearbeitung von Robert Musils großem Roman "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" zur Premiere.

Erpressung Diebstahl, Missbrauch, der Status Quo auf deutschen Schulhöfen ist kein Novum, kein Syndrom der Jetztzeit. Es gibt ihn schon lange, zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts vor allem da, wo die Formung junger Menschen den Kaderschmieden überlassen wurde. Robert Musils Roman „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß” hat Thomas Birkmeier für die Bühne bearbeitet. Roland Spohr, der in der vergangenen Spielzeit mit „Trüffelschweine” eine der schönsten Produktionen des Theaters in Szene setzte, führt auch heuer Regie, arbeitet erneut mit dem Kameramann Friedrich Schönig zusammen.

Es sind Teenager, die den Kick suchen im österreichisch-ungarischen Konvikt, moralisch ungefestigt, verwahrlost. Den Schwächsten aus der Gruppe wählen sie sich aus für ihre brutalen Schikanen, Musil belichtet, woraus nur wenig später der Nationalsozialismus erwachsen wird, wie dessen willfährige Vollstrecker geformt worden sind.

Was verführt junge Menschen dazu?

Es gehe nicht darum zu zeigen, was richtig und was falsch ist, sagen Spohr und seine Produktionsdramaturgin Simone Kranz. Aber man wolle schon hinterfragen, was junge Menschen zu solchen Verhaltensweisen verführt. Dabei soll auch Verständnis geweckt werden für junge Menschen, die auf dem Weg zum Erwachsenwerden ohne jedwede moralische Kompetenz Sachen ausprobieren, die mit hoher Intelligenz quälen und foltern, sozialen Druck ausüben.

Tobias Schuncks Bühne soll ein Versuchskasten mit Vierecken werden, alles in Weiß gehalten wie ein Labor des schleichenden Wahnsinns. Durch die Kamera kann der Zuschauer von allen Seiten in das Geschehen einsehen, Karsten Riedels sehnsuchtsvolle, melodramtische Musik soll wie eine Herz-Lungen-Maschine das Herz arbeiten lassen. Für die Premiere gibt es noch Karten, Tel.: 8578 184.

Michael Schmitz

Empfehlen
Rund ums Thema
Kommentare
Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/872655/create

Umfrage der Woche
Das neue Reinigungskonzept für die Innenstädte Alt-Oberhausen, Sterkrade und Osterfeld kommt beim Bürger höchst unterschiedlich an. Sauber soll die City schon werden. Doch die einen beklagen mangelnde Parkbuchten, um den Kehrwagen Platz machen zu können – die anderen die rigiden Halteverbotszeiten von drei Stunden. Was ist Ihre Meinung?

Das neue Reinigungskonzept für die Innenstädte Alt-Oberhausen, Sterkrade und Osterfeld kommt beim Bürger höchst unterschiedlich an. Sauber soll die City schon werden. Doch die einen beklagen mangelnde Parkbuchten, um den Kehrwagen Platz machen zu können – die anderen die rigiden Halteverbotszeiten von drei Stunden. Was ist Ihre Meinung?

 
Neueste Aktivität
Aktuelle Fotos und Videos
Karneval
Bildgalerie
Helau bei der HOAG
Bildgalerie
Aus dem Ressort
Täter nach Schießerei vorübergehend in der Psychiatrie
Kriminalität
Der Mann, der sich im Oktober letzten Jahres in Oberhausen einen Schusswechsel mit der Polizei lieferte und einen Polizisten mit einem Messer schwer verletzte, ist fürs erste in einer psychiatrischen Klinik untergebracht worden. Eine dauerhafte Unterbringung ist laut Staatsanwaltschaft denkbar.
4 Kommentare 4
180.000 Euro nur für eine einzige Mauer
Denkmalschutz
Der Bauzaun ist fast weg: Die Arbeiten an der unter Denkmalschutz stehenden Begrenzungsmauer des ehemaligen GHH-Werksgasthauses an der Mülheimer/ Ecke Essener Straße neigen sich dem Ende zu: „Wenn es keinen Frost mehr gibt, können die Arbeiten bis Ende Februar fertig sein“, sagt OGM-Sprecher Höfer.
Foto 1 Kommentare 1