Musik wie in den Bergen in Buschhausen

Die Steirerfreunde auf der Bühne der Gaststätte Alt-Oberhausen.
Die Steirerfreunde auf der Bühne der Gaststätte Alt-Oberhausen.
Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ
Was wir bereits wissen
Seit über 30 Jahren gibt es die Steirerfreunde, die Liebhaber der Steirischen Harmonika. Sie machen ihr Oberhausener Vereinslokal zu einer Hochburg alpiner Musik

Oberhausen.. Am Urlaub in den Bergen scheiden sich die Geister. Für die einen gibt es nur ihn, andere kennen die Alpen bloß aus dem Fernsehen. Ähnlich dürfte es sich bei der alpinen Heimatmusik verhalten. Jeden Donnerstagabend um 19.30 Uhr verwandelt sich die Gaststätte Alt-Buschhausen an der Lindnerstraße in eine Hochburg dieser Musik. Dann kommen dort die aktiven und passiven Mitglieder des Harmonikaclubs Steirerfreunde zu einem beschwingten Abend zusammen.

Schon beim Betreten der Gaststätte hört man die typischen Klänge von Walzer, Polka oder Marsch aus dem Festsaal, wie man sie von jedem Dorffest in den Alpen kennt. Über 30 Steirerfreunde sind gekommen. Zehn von ihnen haben ihre Instrumente mitgebracht und sich auf der Bühne versammelt. Zum Auftakt des Abends musizieren sie zusammen. Später schließen sich dann Darbietungen in kleineren Formationen oder von Einzelnen an. Dazwischen bleibt für die passiven Mitglieder ausgiebig Zeit, sich zu unterhalten.

Jüngster Spieler ist 17 Jahre alt

Ihr Instrument könnte man auf den ersten Blick für ein Akkordeon halten. Stimmt aber nicht. „Beim Akkordeon erhält man beim Schieben und Ziehen des Balgs bei gleicher gedrückter Taste immer den gleichen Ton. Bei der Harmonika ist es ein anderer Ton, wie bei der Mundharmonika auch“, erklärt Siegfried Drechsler (66), der zweite Vorsitzende. Beispiel: Beim Schieben erklingt C-Dur, beim Ziehen D-Dur. Außerdem besteht die Seite der Tastatur, mit der die Melodie gespielt wird, nicht aus einer Klaviatur, wie beim Akkordeon, sondern aus drei oder vier Reihen von Knöpfen, von denen jede Reihe für eine Tonart steht. „Je Instrument können also nur drei bis vier der insgesamt zwölf existierenden Tonlagen gespielt werden“, ergänzt Werner Schauer (68). Er ist seit fünf Jahren musikalischer Leiter der Steirerfreunde und seit 20 Jahren auf dem Instrument zu Hause.

Begleitet werden die Steirerfreund übrigens, je nach Besetzung, von Schlagzeug, Gitarre und Baritonhorn. An diesem Abend hat Michel (17), der jüngste Steirerfreund, die elektrische Verstärkeranlage aufgebaut. Dann kann auch ein elektrischer Bass mit eingespielt werden, was dem Klangbild gut tut.

Vom Zuhören begeistert

Mutter Marion Müller (48) spielt zwar selbst kein Instrument, ist aber die Vorsitzende des 66 Mitglieder zählenden Vereins. Als sie 2006 in der Gaststätte einem Elternstammtisch der Grundschule ihres Sohnes beiwohnte, hörte sie die Musik und gesellte sich dazu. Michel spielte damals Akkordeon. „Als er die Steirer-Harmonika hörte, wollte er spontan umsteigen“, erzählt Marion Müller.

Gerade hat Neu-Mitglied Karin (42), die erst Weihnachten auf dem Instrument begonnen hat, begleitet von Routinier Harry Jurytko, mit Bravour ihren Auftritt hinter sich gebracht (sie stieg vom Akkordeon um). Anschließend beweist Harald Luft als Solist virtuos sein Können.