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Multiprofessionell

29.11.2007 | 18:35 Uhr

Der Rat von pro familia ist seit Eröffnung der ersten Beratungsstelle in OB vor 30 Jahren in vielerlei Hinsicht gefragt. Wunsch: Dass noch mehr Menschen kommen, um sich einfach zu informieren. Plakataktion und Kinospot

„Mit uns können Sie reden. Es gibt viele Themen, die einfach mehr Zeit und das richtige Gegenüber brauchen”, so der Kinospot, mit dem pro familia im 30. Jahr nach Eröffnung der ersten Beratungsstelle in OB am Friedensplatz darauf aufmerksam macht, dass man viel mehr zu bieten hat als die Schwangerschaftskonfliktberatung, mit der alles begann. Auf Vielfalt setzt auch die Plakataktion mit ihren griffigen Spots, die zeigen, dass Sexualität und Partnerschaft, Sexualpädagogik und Aufklärung, Schwangerschaft und Familienplanung sowie Missbrauch Themen sind, die enorm viele Menschen angehen. „Die Beratung ist professioneller geworden”, antwortet Diplom-Psychologin Karin Horn auf die Frage, was sich im Laufe der Jahre verändert habe. Mit ihr und Sieglinde Werth, Diplom-Sozialarbeiterin, Dr. Christine Gathmann Ärztin, Sabine Kellner, Diplom-Pädagogin, Andreas Müller, Diplom-Sozialarbeiter und Sexualpädagoge steht ein multiprofessionelles Team bereit, dessen Rat gefragt ist, wie die Statistik des Jahres 2006 beweist: 997 Beratungen wurden durchgeführt, dabei ging es in 410 Fällen um einen Schwangerschaftskonflikt, in 587 Gesprächen standen die allgemeine Schwangerenberatung, Partner- und Sexualberatung, Lebensberatung, Familienplanung, medizinische Beratung bei Kinderwunsch, medizinische Schwangerenberatung oder die Nach-Abbruchberatung im Mittelpunkt. In 80 Gruppenberatungen wurden 981 Personen erreicht. 69 Veranstaltungen für Jungen und Mädchen gab es zu sexualpädagogischen Themen, über Schwangerschaft und Geburt informierten sich 115 Interessenten. Um sexuellen Missbrauch ging es in 89 Beratungsgesprächen. Leider zu oft, wenn es bereits einen Anlass gab. Die zuständige Kollegin Sabine Kellner wünscht sich, „dass noch viel mehr Menschen kommen, um sich einfach zu informieren.”  Nicht verändert hat sich dies: Frauen jeden Alters von 13 bis 50 Jahren und aller sozialen Schichten können ungewollt schwanger werden oder in einen Schwangerschaftskonflikt geraten. „Sex hat auch immer etwas mit Kopfausschalten zu tun”, sagt Gathmann. Nicht hinnehmbar sei hingegen die Tatsache, dass es ungewollte Schwangerschaften aus sozialen Gründen gebe, dass sich Hartz 4-Empfängerinnen nicht die für sie beste Verhütungslösung leisten können. „Immerhin gibt es die Möglichkeit, bei der Arge einen zinslosen Kredit für die Spirale zu bekommen”, so Gathmann. „Aber wer will schon auf dem Amt über Verhütung reden?” Erschwerend kommt hinzu, dass 2004 die Sterilisation aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen gestrichen worden ist. Gathmann: „Nur wenn ein medizinischer Grund vorliegt, zahlt die Kasse. Da reicht es nicht mehr aus, wenn eine Frau schon drei Kinder hat. Hier fordert pro familia eine Nachbesserung der Gesetzgebung.” Gudrun Mattern

Gudrun Mattern

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