Moscheegemeinde sucht weiter den Dialog

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Während die Christen in den vergangenen Tagen das Osterfest feierten, nutzte die muslimische Ayasofya-Gemeinde in Lirich das lange Wochenende für ein Frühlings-Familienfest an ihrer im Bau befindlichen neuen Moschee an der Duisburger Straße. Dabei wurde erneut der interreligiöse Dialog in der Stadt beschworen. Der Einladung waren unter anderem Superintendent Joachim Deterding und Stadtdechant Peter Fabritz gefolgt.

„Kuppeln gibt es auch in Kirchen“, sagte Fabritz in seiner kurzen Ansprache an die Gemeindemitglieder und geladenen Gäste aus Politik und Stadtverwaltung. „Und jede Kuppel weist auf den Himmel. Er steht über allen Menschen.“ Seinen verbindenden Worten folgte ein Gebet von Isa Yaman, dem Vorbeter der Gemeinde. Die im üblichen Singsang in arabischer Sprache vorgetragene Koran-Sure entfaltete inmitten des noch unfertigen Gotteshauses eine nahezu mystische Atmosphäre. Durch die runden Auslassungen, in denen sich später kunstvoll verzierte Fenster befinden werden, konnte man dicke, bauschige Wolken am blauen Himmel davonziehen sehen. Hätte Fabritz gewusst, dass der Vorname des Betenden, „Isa“, die türkische Form von „Jesus“ ist, der Oberhausener Ober-Katholik hätte bestimmt eine weitere verbale Brücke zwischen den Glaubensgemeinschaften geschlagen.

Dies konnte Joachim Deterding sodann tun, indem er die Moscheen im Land – ebenso wie die Kirchen und Synagogen – als Orte bezeichnete, „an denen Menschen den Glauben leben und getröstet werden“. Er wünschte, dass alle es so sehen würden, sagte das lokale Oberhaupt der Protestanten: „Wo ein Minarett ist, da wird gebetet, da finden Menschen Trost, da passiert etwas Gutes.“

Noch ist das Minarett der künftigen Ayasofya-Moschee nicht fertiggestellt, wie der Vorsitzende der Gemeinde, Ali Alican, seine Gäste wissen ließ. Doch in zwei Monaten sei es soweit. Dann könne der zweite Bauabschnitt folgen, in welchem es an die Innenausstattung geht. Hierfür werde eigens ein Innenarchitekt aus der Türkei eingeflogen.

Ob vom Minarett auch der Gebetsruf erklingen soll, beantwortet Vorstandsmitglied Sebahattin Tüzün diplomatisch: „Es wäre ein Wunsch. Aber mit Behörden und Nachbarn zusammen, niemals im Alleingang.“