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Morgens Azubi, mittags Mama

08.10.2012 | 07:00 Uhr
Morgens Azubi, mittags Mama
Susann Loge ist Teilzeitazubine bei der Bäckerei Horsthemke in Oberhausen-Alsfeld.Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen. Motiviert, interessiert, lebenserfahren – ideale Eigenschaften einer Auszubildenden. Für die Bäckerei Horsthemke besitzt Susann Loge genau diese Attribute. Und daher hat das Unternehmen sie auch am 1. August eingestellt, als Auszubildende in Teilzeit. In Teilzeit? Für Horsthemke kein Problem. Schließlich hat das Unternehmen, das derzeit 190 junge Menschen ausbildet, reichlich Erfahrung, auch mit Teilzeitauszubildenden . Derzeit sind es zehn.

Leider sehen das andere Firmen nicht so problemlos, wie Loge erzählt. Bei etlichen Betrieben sei sie abgeblitzt. Natürlich habe niemand gesagt, dass er keine junge Mutter mit einem kleinen Kind einstellen möchte. „Aber ich hatte schon das Gefühl, dass dies der wahre Grund ist“. Dabei würden Azubis in Bäckereien dringend gesucht, weiß Silke Vomschloss, Ausbildungsleiterin bei Horsthemke.

Ohne Tagesmutter geht es nicht

Die Ausbildung von Susann Loge zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk /Fachabteilung Bäckerei dauert, wie die der anderen Azubis, drei Jahre. „Ich kann also mit allen anderen, die im August angefangen haben, die Prüfung ablegen.“ Teilzeitausbildung, das bedeutet in ihrem Fall: 30 Wochenstunden Arbeitszeit inklusive der Unterrichtszeiten in der Berufsschule. In Vollzeit hätte sie Ausbildung und Familie nicht unter einen Hut bekommen. „Das kam für mich nicht infrage.“

Wichtig ist ihr auch, dass die Filiale, in der sie lernt, nicht weit von ihrer Wohnung entfernt ist. Doch auch so muss sie ihren Tag gut organisieren. Ihr Freund, mit dem sie zusammenlebt, arbeitet im Mehrschichtbetrieb, die Großeltern wohnen über 600 Kilometer entfernt. „Wenn ich nicht die Tagesmutter hätte, ginge das alles nicht. Die Frau ist spitze, sie richtet es immer so ein, dass es funktioniert“, lobt sie die Betreuerin.

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Kommentare
09.10.2012
14:36
Morgens Azubi, mittags Mama
von s.maier75 | #2

Gute Idde. Für viele junge Menschen, vor allem für Frauen, bedeutet die familienbedingte Unterbrechung des Berufs, dass sie dauerhaft aus dem Beruf aussteigen oder das Karriere-Aus in der Teilzeitfalle erleiden. Einen interessanten Artikel dazu gibt es hier http://www.atkearney361grad.de/2012/10/04/was-zu-tun-ist-02-bildung-statt-karriere-aus/

08.10.2012
08:09
Morgens Azubi, mittags Mama
von An77 | #1

Schön zu lesen, daß es wohl auch mal "kompliziert" geht. Da div. Betriebe ja immer mehr flexibilität fordern, sollte es im Gegenzug eigentlich auch umgekehrt genauso sein.

Scheint ja zu funktionieren. Drücken wir mal die Daumen, daß es so bleibt und andere Betriebe noch nachziehen.

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