„Monster Magnet“ rocken Turbinenhalle in Oberhausen

In Aktion: Dave Wyndorf, Sänger, Gitarrist und letztes verbliebenes Gründungsmitglied von „Monster Magnet“.
In Aktion: Dave Wyndorf, Sänger, Gitarrist und letztes verbliebenes Gründungsmitglied von „Monster Magnet“.
Foto: André de Vos
Was wir bereits wissen
Die Band "Monster Magnet" aus New Jersey gastierte in der Turbinenhalle Oberhausen. Doch ihr Songmix kam nicht bei allen Konzert-Besuchern gut an.

Oberhausen.. Auf ihrer diesjährigen „Milking The Stars – Tour 2015“ machten am Sonntagabend „Monster Magnet“ aus New Jersey in der Turbinenhalle Station, um eine spezielle Variante ihres Space-Rocks zu zelebrieren.

Doch bevor es soweit ist, betreten erst einmal „Bombus“ aus Göteborg die Bühne und legen überfallartig mit einem zupackenden Heavysound los, der die Zuhörer in der zunächst halb vollen Halle sichtlich überrascht.

Ein abgeklärtes Quartett

Die Schweden geben sich auf ihrer zweiten Platte „The Poet And The Parrot“ schon als ein abgeklärtes Quartett, das zielsicher zwischen den Polen „Motörhead“, „Metallica“, „Entombed“ und „Poison Idea“ pendelt. Das Klangbild von „Bombus“ ist entfesselt und episch, die Musik aber keinem bestimmten Genre zuzuordnen. Sänger und Gitarrist Fredrik „Feffe“ Berglund bellt ins Mikro und die Zuhörer schwingen sich auf den groovigen Grundsound ein.

Abgedrehte Soli mit allen Effekten erleben sie dann bei „Monster Magnet“, die seit 1989 ihren Hardrock mit allerlei psychedelischen Einlagen garnieren. So startet das Quintett gleich mit dem epochalen Robert Calvert/Hawkwind-Cover „The Right Stuff“, das mit hohem Tempo eine musikalische Achterbahnfahrt ankündigt. „Dopes To Infinity“ besticht hingegen mit tonnenschweren Riffs, die mit drei Gitarristen über dem jetzt vollen Auditorium abgeladen werden, während „Look To Your Orb For The Warning“ einen längeren, ruhigeren Aufbau hat, bis die Band voll einsteigt.

Abwechslungsreiches Programm

Sänger, Gitarrist und letztes verbliebenes Gründungsmitglied Dave Wyndorf variiert seine Stimme von leisen, einschmeichelnden Tönen bis hin zu aufbrausendem, durchdringendem Gesang bei einem Lied wie etwa „Spine Of God“. Gerne lässt er seine beiden Gitarristen Phil Caivano und Garret Sweeny von der Kette, die sofort zu ausgedehnten Gitarrenexkursionen starten. Ihre Künste zu beweisen, haben sie genug Zeit und Platz, mal setzen beide zu Doppel-Gitarren-Soli an oder Caivano malträtiert sein Wah-Wah-Pedal, während Dave Wyndorf sich im Hintergrund seinen Control-Pads und Effektgeräten widmet und – mangels Keyboards – spacige Soundcollagen hinzu mischt. Drummer Bob Pantella und Bassist Chris Kosnik peitschen und pumpen derweil die Band in die nächst höhere Umlaufbahn.

So clever wie die Songauswahl aus vielen neuen und ganz alten Liedern auch ist, man hat trotzdem nicht das Gefühl, dass das Publikum mit diesem musikalischen Wechselbad aus der Reserve gelockt wird.